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AKTUELL VOM 11.02.2010
Der deutsche Rennrodler Felix Loch  trainiert auf einer Rodelbahn in Vancouver. (Bild: AP) Der deutsche Rennrodler Felix Loch trainiert auf einer Rodelbahn in Vancouver. (Bild: AP)

Eröffnung mit Botschaft der Versöhnung

Deutsches Team will in Vancouver Platz eins im olympischen Medaillenspiegel

Heute Abend werden in der kanadischen Stadt Vancouver die XXI. Olympischen Winterspiele eröffnet. Bis zum 26. Februar kämpfen Athletinnen und Athleten aus 82 Nationen um insgesamt 86 Goldmedaillen.

Deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungszeremonie am Abend wird der Bobfahrer André Lange sein, der bei den vergangenen Spiele in Turin und Salt Lake City drei mal Gold holte. Die Eröffnungsfeier findet zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele in einer Halle statt. Um 18 Uhr Ortszeit (3 Uhr MEZ) wird im BC Place Stadium das olympische Feuer entzündet.

Dann erwartet die Zuschauer vor Ort und die Millionen Fernsehzuschauer weltweit eine Zeitreise durch 12.000 Jahre kanadische Geschichte. Die zweieinhalbstündige Show soll zugleich eine Botschaft der Versöhnung an die First Nations, die kanadischen Ureinwohner sein, sagte das Organisationskomitee.

Anreise als Titelverteidiger - auch Abreise als solcher?

Mit dem drittgrößten Aufgebot seit der Wiedervereinigung geht die deutsche Mannschaft in Vancouver auf Goldagd. Nach Platz eins im Medaillenspiegel bei den Spielen in Turin 2006 ist der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, optimistisch, dass die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Vancouver den Titel als führende Sportnation verteidigen kann: "Wer als Titelverteidiger anreist zu den Spielen, der will diesen Titel natürlich verteidigen", sagte Vesper im Deutschlandradio Kultur.

Dies war vorab auch in einer Zielvereinbarung des DOSB festgelegt worden. Diese hoch angelegte Messlatte sorgte für Kritik von Sportexperten. Der Mainzer Sportmediziner Professor Perikles Simon sagte im Deutschlandfunk, die deutsche Gesellschaft brauche keine neue Medaillenzählerei.

Unruhen im Vorfeld

Bei den erfolgsverwöhnten Eisschnellläuferinnen sind nicht alle Medaillengaranten der vergangenen Jahre dabei beziehungsweise fit: Fraglich ist die Form von Anni Friesinger-Postma: Zwei Monate vor Olympia-Beginn schien Deutschlands Eisschnelllauf-Star völlig außer Form. Große Diskussionen hatte es im Vorfeld auch um Friesinger-Postmas langjährige Konkurrentin Claudia Pechstein gegeben: Die 37-Jährige war vom Eislauf-Weltverband ISU wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrt worden und scheiterte schließlich vor Gericht. Auch um die Nominierung bei den Eiskunstläufern gab es Streit.

Weiterhin ein Thema bleibt im Olympischen Winter die DDR-Vergangenheit des deutschen Sports: Mitglieder der Olympiamannschaft stehen im Verdacht einer früheren Stasi-Tätigkeit. Im Deutschlandfunk gab es dazu ein Sportgespräch. Darüber hinaus wird mit Ingo Steuer erstmals ein Trainer offiziell im deutschen Olympia-Team für Vancouver sein, der wegen seiner früheren Spitzel-Tätigkeit für die DDR-Staatssicherheit vom Bundesinnenministerium keine Fördermittel erhalten darf.

Zwar gab es wie schon bei den Olympischen Sommerspielen 2008 eine Ehren- und Verpflichtungserklärung. Doch die Sanktionen der neuen Ehren- und Verpflichtungserklärung weisen allenfalls in die Zukunft. Olympia-Betreuer werden verpflichtet, sich künftig nicht an Dopingpraktiken zu beteiligen. Die Vergangenheit bleibt davon unberührt.

Grüne Spiele

Nach Montreal im Jahr 1976 und Calgary im Jahr 1988 ist Vancouver die dritte kanadische Stadt, die Olympische Spiele veranstaltet. Die Stadt in British Columbia gilt als eine der schönsten in Kanada.

Dies soll auch so bleiben, weshalb die Organisatoren um ein grünes Image bemüht sind. Die XXI. Olympischen Winterspiele sollen als besonders umweltfreundliche Großveranstaltung in die Geschichte eingehen. Die zunehmende Kommerzialisierung von solch riesigen Sportveranstaltungen beschert aber nicht nur beim Umweltschutz massive Probleme.

Immer wieder für Konflikte sorgte bei Olympischen Spielen der Umgang mit den Ureinwohnern vor Ort - auch in Kanada. Zwar will sich Vancouver als weltoffene und integrative Stadt präsentieren -doch nicht alle Ureinwohner sind davon überzeugt. Und auch das Verkehrskonzept für die Spiele fordert von den Bürgern der Olympia-Städte schmerzhafte Zugeständnisse.

Programm- und Informationshinweise:
Der Deutschlandfunk berichtet mehrfach täglich von den Olympischen Spielen.

Eine aktuelle Ergebnisübersicht findet sich bei den Kollegen der ARD und dem ZDF.

Offizielle Seite der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver.


Letzte Änderung: 21.02.2010 11:39 Uhr

 

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