Der Schriftsteller Georg Klein ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt worden. Er erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Belletristik für sein Werk "Roman unserer Kindheit".
Über Kleins Werk urteilte die Jury: "Überbordend poetisch wird hier ein Zeitpanorama entfaltet, das die Unterwelt der großen, bösen Erzählungen der alten Männer mit den leuchtenden Farben des Sechzigerjahre-Sommers verbindet. Kinder standen noch nicht unter Dauerobservanz, ihre Fantasien konnten, wenn man so will - und der Roman will es so - noch in aller Ruhe wuchern."
Gespräch mit dem frischgebackenen Preisträger Georg Klein auf der Leipziger Buchmesse auf dem blauen sofa. (MP3-Audio)
Ulrich Raulff, Preisträger in der Kategorie Sachbuch, auf der Buchmesse (Bild: Deutschlandradio - Janine Wergin)
Der Preis für das beste Sachbuch ging an Ulrich Raulff für "Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben". Die Juroren bezeichneten das Werk als "ein ebenso lehrreiches wie glänzend geschriebenes, genau rekonstruierendes, scharfsinnig urteilendes, den Leser aufklärendes wie unterhaltendes Werk avancierter Kulturgeschichtsschreibung".
Autor Raulff kommentierte die Auszeichnung mit den folgenden Worten: "Ich dachte, es sei literarisch ein Bastard, Sie sagen mir jetzt: Ich habe mich geirrt. Damit werde ich versuchen zu leben", sagte der Preisträger.
Zuvor kritisierte René Aguigah die Vergabe des Preises im Bereich Sachbuch. Die Auszeichnung könne nicht als Orientierung dienen, da alle Bücher bereits gründlich durchrezensiert seien,sagte der Literatur-Kritiker im Deutschlandradio Kultur.
Als bester Übersetzer wurde Ulrich Blumenbach geehrt, der sechs Jahre lang den Roman "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen hatte (ein Gespräch mit den Preisträgern hören Sie hier als MP3-Audio).
Auch die Nominierung von Jung-Autorin Helene Hegemann spielte bei der Preisverleihung eine Rolle. "Die Provokation entstand eigentlich erst im Nachhinein unserer Nominierung. Es war ein Debüt einer jungen Frau. Wir hatten dafür unsere Gründe", sagte die Jury-Vorsitzende Verena Auffermann.
Die mit insgesamt 45.000 Euro dotierten Auszeichnungen für deutschsprachige Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung vergibt die Messe, unterstützt durch den Freistaat Sachsen sowie die Stadt Leipzig, seit 2005. 760 Werke wurden diesmal von den Verlagen eingereicht.
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Letzte Änderung: 26.09.2010 03:40 Uhr
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