Laut Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, zeichnet sich eine Lösung im Streit über mögliche Hilfen für Griechenland ab. Diese sehe eine Kombination aus bilateralen Krediten einzelner Länder und Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor.
Einen entsprechenden Lösungsweg aus der griechischen Schuldenkrise sehen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy vor. Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel einigten sie sich auf eine gemeinsame Linie, die freiwillige bilaterale Kredite der Euro-Länder und Finanzspritzen des Internationalen Währungsfonds umfasst.
Der Außenminister von Luxemburg, Jean Asselborn, lehnte zuvor Hilfen des Internationalen Währungsfonds für Griechenland ab. Dies würde dem Ruf des Euros sehr schaden. Gleichzeitig wies er auch direkte Finanzhilfen durch die Euro-Länder zurück. Auch die Niederländer zeigen für die Finanzsorgen der Griechen wenig Verständnis.
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou machte vor dem Gipfeltreffen nochmals deutlich, dass er weiterhin auf Kreditgarantien von Seiten der EU-Kommission hofft.
Der Wirtschaftswissenschaftler Wilhelm Nölling hat für den Fall, dass Deutschland Griechenland finanziell massiv hilft, Verfassungsklage angedroht. Griechenland müsse vielmehr aus der Währungsunion ausscheiden, um seine Freiheit im Außenverkehr über Wechselkurse und Abwertungen wiederzuerlangen, forderte das ehemalige Mitglied des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank.
Kakophonie und Gipfelwirren - Ein Kommentar von Volker Finthammer
Letzte Änderung: 02.10.2010 03:41 Uhr
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