SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier macht die Zustimmung seiner Partei zur Griechenlandhilfe von einer Einbeziehung der privaten Banken abhängig. Die Bundesregierung müsse Vorschläge machen, wie die Riesenspekulationen eingedämmt werden können, sagte Steinmeier der "Passauer Neuen Presse". Zudem müsse die Regierung dem Parlament gegenüber nachweisen, dass die Eurozone durch das Hilfspaket stabiler werde.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ebenfalls bekräftigt, dass es deutsche Finanzhilfen für Griechenland nur unter harten Bedingungen geben könne. Man könne nicht zuschauen, wie die europäische Währung in Gefahr gerate. Griechenland müsse seine Aufgaben aber erst einmal selbst erledigen und ein Sparprogramm vorlegen. Dies solle gemeinsam mit der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds ausgearbeitet werden. Die Kanzlerin wies Kritik an dem Vorgehen zurück und betonte, derjenige sei der beste Europäer, der alles daran setze, dass die Währung stabil und damit die Eurozone stark bleibe. Dies sei auch in deutschem Interesse.
Wie Bundeskanzlerin Merkel stellt der haushaltspolitische Sprecher der FDP, Jürgen Koppelin, klar, dass es deutsche Finanzhilfen für Griechenland nur unter harten Bedingungen geben werde. Wenn Athen seine Hausaufgaben nicht mache, müsse man gegebenenfalls auch Nein sagen, betonte Koppelin im Deutschlandfunk.
FDP-Haushaltsexperte kann sich ein Nein zu Griechenland-Hilfe vorstellen (DLF)
Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, sagt, es würde auch Deutschland massiv schaden, wenn in Griechenland keine stabile wirtschaftliche Entwicklung mehr möglich wäre.
Finanzpolitischer Sprecher der Grünen befürwortet Hilfe für Griechenland (DLF)
Staatsbankrott Griechenlands wäre "nicht die schlechteste aller Möglichkeiten," meint Finanzwissenschaftler Professor Markus Kerber. Er überlegt sogar, gegen Finanzhilfen für Griechenland vorzugehen, denn: "Dies kann ein Fass ohne Boden werden", meint er angesicht von Risiken und Nebenwirkungen von Finanzhilfen für Athen (DLF)
Christoph Schalast, Wirtschaftsrechtler und Finanzwissenschaftler an der Frankfurt School of Finance & Management geht trotz einigem Hin und Her davon aus, dass man Griechenland helfen wird. Allerdings müssten die Bedingungen noch verhandelt werden.
Man muss "auf jeden Fall neue Regeln aufstellen" (DLF)
Am Freitag hatte Athen die EU und den IWF um Finanzhilfen gebeten. Mit einer Aktivierung des Hilfspakets kämen auf Deutschland Kosten in Höhe von 8,4 Milliarden Euro zu. Die Euroländer hatten insgesamt 30 Milliarden Euro zugesagt. Griechenland kann Staatspleite nicht mehr allein abwenden
Letzte Änderung: 04.11.2010 03:41 Uhr
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