Zum Inhalt
Zur Deutschlandfunk-Startseite
Zur Deutschlandradio Kultur-Startseite
Zur DRadio-Wissen-Startseite
 
nach oben
AKTUELL VOM 28.08.2010
Kanzlerin und Minister auf Energiereise. Wie stark wird Schwarz-Gelb die Energieriesen belasten? (Bild: AP) Kanzlerin und Minister auf Energiereise. Wie stark wird Schwarz-Gelb die Energieriesen belasten? (Bild: AP)

Energiekonzept: Warten auf Ergebnisse

Zweifel an Neutralität des Gutachtens

Das neue Energiekonzept der Bundesregierung gewinnt Fahrt. Umwelt- und Wirtschaftsministerium beraten an diesem Wochenende das Gutachten zur Zukunft der Kernenergie. Ergebnisse werden nächste Woche erwartet. Die Debatte um den möglichen Ausstieg dauert an.

Gestern hatten die Experten der Universität Köln ein Gutachten zur Energiepolitik an die Bundesregierung übergeben. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, kommen die Wissenschaftler darin zu dem Schluss, dass längere Laufzeiten weder nennenswerten Einfluss auf die Preise noch auf die Versorgungssicherheit hätten.

Die Studie wurde von der Bundesregierung unter anderem beim Energiewirtschaftlichen Institut der Universität Köln - kurz EWI - in Auftrag gegeben. Da das EWI von großen Stromkonzernen finanziell unterstützt wird, waren Zweifel an der Neutralität des Gutachtens aufgekommen.

Der energiepolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Hempelmann, sagte, man müsse sehr kritisch und vorsichtig an das herangehen, was aus diesem Institut komme. Konkret behauptet Spiegel Online, dass der Gutachter Marc Oliver Bettzüge, Leiter des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI), der Atomwirtschaft "weit näher als bisher bekannt" stehe.

Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, MIchael Fuchs, geht davon aus, dass die finanzielle Unterstützung des Institutes die Neutralität des Gutachtens nicht beeinträchtigt hat. Im Deutschlandfunk sprach er sich dafür aus, die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern. Im Gegenzug müssten die Betreiber aus den daraus resultierenden Zusatzgewinne Investitionen in erneuerbare Energien tätigen und Abgaben an die Bundesregierung liefern. Sollte die Laufzeit nicht verlängert werden, sagt er eine deutliche Strompreissteigung voraus, die weder Bürger noch Wirtschaft stemmen könnten.

Sven Becker, Geschäftsführer des Stadtwerke-Bündnisse Trianel, sieht in einer möglichen Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke hingegen "Gift für den Wettbewerb". Der Markt werde verschlossen, das Oligopol sorge für überteuerte Strompreise und am Ende "zahlt der Kunde die Zeche", sagte Becker im Deutschlandradio Kultur.

Diskussion um Kernkraft

Die Fronten rund um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken verhärten sich weiter. Auf der einen Seite positionieren sich die Atomkraft-Gegner, auf der anderen Seite mauern auch die Energiekonzerne rund um geplanten Abgaben.

Im Deutschlandfunk-Interview positioniert sich Christean Wagner zwischen durchaus unterschiedlichen Positionen seiner Partei eindeutig als Kernkraft-Befürworter. Der CDU-Fraktionsvorsitzende in Hessen fordert eine "Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke deutlich über 15 Jahre" hinaus und bezeichnet die die Atomkraft als "eine ausdrückliche Energieform der Gegenwart".

Stephan Kohler von der Deutschen Energie-Agentur ist zwar Gegner einer Laufzeitverlängerung. Seinen Schwerpunkt in der Argumentation legt er aber eher auf die mögliche Verteilung der erwarteten Milliardeneinnahmen durch die Abgaben und Steuern für die AKW-Betreiber. "Deshalb würde ich anregen, dass neben Forschungsaufgaben im Bereich erneuerbare Energien, wo wir noch Geld benötigen, vor allen Dingen auch das Thema Energieeffizienz gefördert wird", sagt er. Kohler verwehrt sich dagegen, dass sich die AKW-Betreiber selbst Geld auszahlen lassen können aus etwaigen Fonds zur Förderung der erneuerbaren Energien.

Aber auch die Befürworter laufen sich schon seit Wochen warm: Publikumswirksam sorgt so der "energiepolitischer Appell" mit groß angelegter Werbekampagne der "Energiezukunft für Deutschland", einem Verein auf Initiative der vier Atomkraftwerke-Betreiber E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall Europe, für Aufregung - und zählt nach eigenen Angaben über 10.000 Befürworter.

Die Stromkonzerne spielen auf Zeit, in der Regierungskoalition herrscht Uneinigkeit, kommentiert die Atomkraft-Gesamtdebatte Sabine Adler vom Hauptstadtstudio des Deutschlandfunks. Der Ausstieg aus der Atomenergie verkomme zu einer quälend langen Debatte.

Weitere Beiträge bei dradio.de:
Aktuell: Bundeskanzlerin fordert zusätzlichen Beitrag der Stromkonzerne
Aktuell: Atomstreit überstrahlt Ende der politischen Sommerpause

Weitere nützliche Links zum Thema Ökostrom:
Ökostrom-Rechner von EnergieVision, getragen vom Öko-Institut e.V., der Verbraucherzentrale NRW e.V. und der Umweltstiftung WWF Deutschland


Letzte Änderung: 06.09.2010 08:38 Uhr

 

JETZT IM RADIO

Deutschlandfunk

Seit 18:40 Uhr
Hintergrund
Nächste Sendung: 19:00 Uhr
Nachrichten

mehr

Deutschlandradio Kultur

Seit 18:30 Uhr
Hörspiel
Nächste Sendung: 20:00 Uhr
Nachrichten

mehr

DRadio Wissen

Seit 18:05 Uhr
Radiolinks: RB Nordwestradio Glauben und Wissen
Nächste Sendung: 19:00 Uhr
Nachrichten

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandfunk

Deutschlandradio Kultur

DRadio Wissen

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Seehofer will Euro-Volksabstimmung

Sendezeit: 12.02.2012, 18:14

Das Barents Spektakel in Norwegen

Sendezeit: 12.02.2012, 17:52

Auerbach-Requiem Frauenkirche Dresden

Sendezeit: 12.02.2012, 17:46

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link