Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat Forderungen nach einem Austritt aus der SPD zurückgewiesen. Er werde bis an sein Lebensende SPD-Mitglied bleiben, sagte Sarrazin im Deutschlandfunk.
Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sowie zahlreiche weitere Sozialdemokraten hatten dem ehemaligen Berliner Finanzsenator nahegelegt, die SPD zu verlassen. Hintergrund sind Sarrazins Thesen über eine mangelnde Integrationsbereitschaft von muslimischen Migranten. Im Deutschlandfunk kritisierte Sarrazin erneut die Einwanderungsregeln in Deutschland. Die Bundesrepublik ziehe keine qualifizierten Migranten an, sagte er.
Zudem erklärte Sarrazin:
"Ich würde es für gefährlich halten, wenn sich in einem Nationalstaat wie Deutschland - wir haben in Europa Nationalstaaten - mit der Zeit dann nationale und kulturelle Minderheiten bilden würden, die sich dauerhaft absondern."
Der integrationspolitische Sprecher der Berliner SPD, Raed Saleh, wirft Sarrazin Rassismus vor. Sarrazin schüre bewusst Vorurteile und bediene sich Pauschalisierungen, sagte Saleh im Interview mit dem Deutschlandradio Kultur.
Der Bürgermeister des Berliner Stadtbezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), hat Sarrazin vorgeworfen, in seinen umstrittenen Thesen zur Migration in Deutschland zu stark zu verallgemeinern.
Wörtlich sagte Buschkowsky im Deutschlandradio Kultur:
"Er spricht einerseits immer von den Muslimen, das ist erst mal einfach falsch, und verschreckt und verletzt viele Menschen."
Am Montag erscheint Sarrazins Buch zur deutschen Integrationspolitik unter dem Titel: "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen."
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Letzte Änderung: 06.09.2010 08:38 Uhr
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