Monatelang hatten sich die Verhandlungen zwischen Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und den Gläubigern des Immobilienfonds Highstreet hingezogen. Mit der Zustimmung der Gläubiger zu Mietminderungen und des Essener Amtsgerichts zum Insolvenzplan ist die Rettung eingeleitet.
Zuletzt fehlten noch zwei Unterschriften, um die schon gestern verkündete Einigung zwischen Investor Nicolas Berggruen und den Gläubigern des Immobilienfonds Highstreet perfekt zu machen. Nun haben alle Gläubiger den geforderten Mietsenkungen auch formell zugestimmt.
Damit wurde der am 8. Juni von Berggruen unterzeichnete Kaufvertrag, indem die Mietnachlässe Voraussetzung waren, wirksam. Der DLF-Hintergrund beleuchtete Ende Juli den langen Weg zur Karstadt-Rettung.
Grünes Licht: Highstreet hat mit der Zustimmung zur Mietminderung den Weg zur Rettung freigemacht. (Bild: AP)
Endgültig durchatmen konnten die rund 25.000 Karstadt-Beschäftigten, als auch das Amtsgericht Essen heute um 14 Uhr den Insolvenzplan absegnete. Am Morgen war die Entscheidung über den Plan von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg erneut verschoben worden.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der Finanzinvestor Nicolas Berggruen auf dem Weg zur PressekonferenzDie voraussichtliche Rettung der Warenhauskette stimmte auch Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) optimistisch: Das Unternehmen sei zwar noch nicht über den Berg, es gebe aber eine realistische Chance, dass Karstadt erfolgreich arbeiten könne.
Nicolas BerggruenKarstadt werde jetzt ein aufregendes Leben haben, meinte Investor Berggruen, der den Erhalt aller 120 Filialen und der rund 25.000 Arbeitsplätze zugesichert hat. Er will nach eigenen Angaben 70 Millionen Euro seines Kapitals einbringen, um die Pläne zu realisieren.
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende war sich bereits heute Morgen sicher:"Die Zerschlagung ist vom Tisch", meinte Margret Mönig-Raane im Deutschlandfunk-Interview und blickte zuversichtlich in die Zukunft. Die Gewerkschafterin sieht als eine der Bedingungen für eine langfristig erfolgreiche Rettung, "dass ausreichend Personal da ist, damit auch Beratung stattfinden kann, denn es muss sich ja unterscheiden vom Discounter-Vertriebsangebot".
Der Schlüssel zum Erfolg sei die lokale Ausrichtung der Sortimente, die Ausrichtung auf die lokalen Bedürfnisse, analysiert Thomas Roeb, Handelsexperte von der Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg, im Deutschlandfunk-Interview.
Weitere Beiträge auf Dradio.de:
Schritt für Schritt - Der lange Weg zur Karstadt-Rettung - Hintergrund, 28.7.2010
"Da muss ja wohl eine Einigung möglich sein" - Interview mit ver.di-Vizevorsitzende Mönig-Raane zu den Verhandlungen um Karstadt, 9.8.2010
Weitere Informationen:
Was bleibt von Karstadt & Co? - Dossier auf tagesschau.de
Schokoladensüchtiger Gipfelstürmer - Karstadt-Retter Nicolas Berggruen (Zeit Online, 9.6.2010)
"Meine operativen Ideen sind oft schlecht" - Interview mit Nicolas Berggruen (Handelsblatt, 5.7.2010)
Letzte Änderung: 13.03.2011 03:43 Uhr
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