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AKTUELL VOM 09.09.2010
Terry Jones ruft zur Koran-Verbrennung auf. Terry Jones ruft zur Koran-Verbrennung auf.

Obama verurteilt den "zerstörerischen Akt"

Weltweite Empörung über geplante Koran-Verbrennung

US-Präsident Barack Obama hat den radikalen Pastor Terry Jones aufgefordert, auf den "zerstörerischen Akt" zu verzichten. Eine kleine Christengruppe in den USA plant eine Koran-Verbrennung am neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September.

Im Interview mit dem Sender ABC warnte Obama, die vorgesehene Verbrennung könne "schwerwiegende Gewalt" gegen amerikanische Soldaten in Pakistan und Afghanistan auslösen. Er mahnte außerdem, die Aktion wäre ein regelrechter "Rekrutierungsschlager für Al-Kaida" und würde der Terrororganisation neue Mitglieder in die Arme treiben.

Schon zuvor gab es weltweit ablehnende Reaktionen und Empörung über die geplante Aktion. Die Vereinten Nationen teilten mit, ein solches Vorgehen wäre abscheulich. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Pläne als respektlos und abstoßend.

Die Gruppe fundamentalistischer Christen aus Gainesville mit etwa 30 Mitgliedern will zum am 9/11-Jahrestag Koran-Exemplare verbrennen. Pastor Terry Jones, der die kleine Gemeinde leitet, hatte gestern im US-Fernsehen erklärt: "Ja, wir sind weiter entschlossen, es zu tun." Seine Gemeinde wolle damit Muslime in den USA warnen. "Sie müssen wissen, dass sie sich in Amerika an die Gesetze und die Verfassung halten müssen und uns nicht langsam ihre Vorstellungen aufzwingen können."

Der christliche Fundamentalist Terry Jones war 20 Jahre der Leiter einer Erweckungsbewegung in Köln und hetzte dort gegen den Islam. Er soll als Reaktion auf seine Ankündigung mehr als 100 Todesdrohungen bekommen haben.

Reaktionen auf die geplante Koran-Verbrennung

Wegen der angekündigten Koran-Verbrennungen in Florida forderte die US-Regierung ihre Botschaften zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen auf. Das Außenministerium erklärte in Washington, zudem sollten in Ländern, in denen anti-amerikanische Proteste zu erwarten seien, Warnhinweise an US-Bürger ausgegeben werden.

Auch der Oberkommandierende der US-Truppen in Aghanistan, David Petraeus, rechnet damit, dass Extremisten die Aktion für ihre Propaganda ausnutzen werden. Der oberste Kommandeur des Bundeswehrkontingents in Afghanistan, Hans-Werner Fritz, warnte gegenüber "Spiegel Online" vor möglichen Racheakten gegen deutsche und andere ISAF-Soldaten.

"Syndrom der Kränkung und Dauer-Beleidigtsein"

Zwar erwartet der Politologe Hamed Abdel-Samad als Reaktion auf die geplante Koran-Verbrennung eines evangelikalen Priesters in den USA "auf jeden Fall Wut und Demonstrationen". Langfristig hofft er aber, dass die islamische Welt ihre Energien positiver investiert.


Letzte Änderung: 19.03.2011 03:44 Uhr

 

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