Ministerpräsident Viktor Orbán hat zu Beginn der ungarischen Ratspräsidentschaft eine hausgemachte Schlappe einstecken müssen: Die EU lässt sein umstrittenes Mediengesetz so nicht stehen.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte in Straßburg, die Kommission werde noch in dieser Woche Klarstellungen verlangen und auf problematische Punkte des Gesetzes hinweisen. Zuvor hatte Orbán seine Bereitschaft bekräftigt, das Gesetz zu überarbeiten.
Der Streit um das ungarische Mediengesetz sollte den Start der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft nicht überschatten, sagte der EU-Parlamentarier Hans-Gert Pöttering am Morgen im Deutschlandradio Kultur. Man müsse sich jetzt vor allem um dringende Wirtschafts- und Finanzfragen kümmern.
Bodo Hombach, Chef der WAZ-Mediengruppe, zeigte sich im Deutschlandradio Kultur ebenfalls besorgt über die Medienpolitik in Ungarn und anderen Staaten Südosteuropas - und erwog sogar einen Rückzug der WAZ-Mediengruppe aus Ungarn.
EU-Parlamentarier der Grünen protestieren gegen Viktor Orbáns Mediengesetz. (Bild: picture alliance / dpa)
Der Zeitpunkt der Rüge ist für Orbán mehr als peinlich: Ausgerechnet nach seiner Antrittsrede zur Ratspräsidenschaft wird eines seiner Gesetze de facto für EU-untauglich erklärt. Dabei wollte Ungarn sich doch als moderner EU-Staat unter Beweis stellen. Wenn die EU Mängel nachweise, sei Ungarn bereit, diese zu korrigieren, lenkte Orbán heute ein. Parlamentarier der Grünen hatten vor Orbáns Rede aus Protest gegen das Mediengesetz den Mund zugeklebt.
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Letzte Änderung: 29.07.2011 03:46 Uhr
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