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AKTUELL VOM 05.10.2011
Chemie-Nobelpreisträger Dan Shechtman neben einem Mikroskop in seinem Labor am Haifa Technion in Israel. (Bild: picture alliance / dpa / Oliver Weiken) Chemie-Nobelpreisträger Dan Shechtman neben einem Mikroskop in seinem Labor am Haifa Technion in Israel. (Bild: picture alliance / dpa / Oliver Weiken)

Nobelpreis für Chemie geht nach Israel

Daniel Shechtman für Entdeckung der Quasikristalle geehrt

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den in Israel arbeitenden Forscher Daniel Shechtman. Die Akademie der Wissenschaften in Stockholm zeichnete den Wissenschaftler für die Entdeckung der Quasikristalle aus.

Daniel Shechtman ist Professor für Materialwissenschaften am Technion, der Technischen Universität von Haifa. 1982 entdeckte er die später sogenannten Quasikristalle, die sich durch eine geordnete, aber nur scheinbar periodische Struktur auszeichnen. Normale Kristalle besitzen eine Struktur, die sich in alle Raumrichtungen wiederholt, ähnlich wie die Waben eines Bienenstocks oder fachgerecht verlegtes Fischgrätparkett im Wohnzimmer. Dass es auch Kristalle geben könne, die sich nicht dieser strengen Regelmäßigkeit unterordnen, hielt die Fachwelt seinerzeit für unmöglich. In ihrer Begründung für die Wahl des 70-Jährigen schreibt die Nobelpreis-Jury denn auch, Shechtman habe sich mit seiner bahnbrechenden Entdeckung gegen den erbitterten Widerstand der wissenschaftlichen Gemeinschaft durchgesetzt. Mit seiner Entdeckung der Quasikristalle biss Dan Shechtman Anfang der 80er buchstäblich auf Stein. Denn damals herrschte in seiner Zunft die Überzeugung: Kristalle sind immer periodisch, alles andere ist Unfug. Doch Dan Shechtman setzte sich gegen Kritiker durch.

In einer Veröffentlichung von 1984 beschrieben Shechtman und weitere Wissenschaftler die Struktur genauer: Bei den Quasikristallen wirkt sie nur auf den ersten Blick regelmäßig, sie wiederholt sich jedoch nicht. Derartig aperiodische Mosaiken hatte der Mathematiker Roger Penrose bereits in den 70ern theoretisch beschrieben und ihnen auch seinen Namen geliehen: die Penrose-Parkettierung. Auch vielen Mosaiken der mittelalterlichen islamischen Kunst liegt eine Penrose-Parkettierung zugrunde.

Heute sind Hunderte Quasikristalle bekannt, die sich einerseits durch eine hohe Elastizität und Härte auszeichnen, aber auch anders als periodische Kristalle sehr verformbar sind.

Mehr zum Thema
Pressemitteilung des Nobelpreiskomitees zum Preisträger in Chemie 2011

Dan Shechtman spricht über seine Arbeit (Technion/YouTube-Video auf Englisch)

Uni Marburg: Verbotene Kristalle - Eine mathematische Idee stand am Anfang einer neuen Werkstoffklasse

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Artikel über Photonische Quasikristalle


Letzte Änderung: 13.04.2012 03:38 Uhr

 

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