Staatspräsident Napolitano (rechts) und Senatssprecher Schifani. (Bild: picture alliance / dpa / Paolo Giandotti)
Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano berät nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit Spitzenpolitikern des Landes über die Bildung einer Übergangsregierung. Als Favorit für das Amt des Staatschefs gilt der ehemalige EU-Kommissar Mario Monti.
Die Notregierung in Italien soll vor allem aus Fachleuten gebildet werden, um die Phase der politischen Unsicherheit zu beenden. Der Nachfolger Berlusconis wird voraussichtlich noch heute Abend benannt werden. Die Märkte sollen durch eine schnelle Entscheidung beruhigt und das Vertrauen der Investoren in italienische Staatsanleihen gestärkt werden.
Die besten Chancen auf das Amt des Ministerpräsidenten hat der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Der parteilose 68-Jährige war von Napolitano in der vergangenen Woche zum Senator auf Lebenszeit ernannt worden. Dies wurde als Zeichen verstanden, dass Monti der nächsten Regierung vorstehen dürfte. Ob Monti genügend Rückhalt in den Parteien hat, werden die Gespräche im Laufe des Tages zeigen.
In Rom feierten die Menschen Berlusconis Rücktritt. (Bild: picture alliance / dpa / Massimo Percossi)
Den Rücktritt des bisherigen Ministerpräsidenten Berlusconi haben vergangenen Abend vor allem junge Menschen auf den Straßen in Rom gefeiert. "Die Mafia raus aus dem Staat", riefen Hunderte vor den Fenstern des Palazzo Grazioli, der Ministerpräsidenten-Residenz, in der Berlusconi seine letzte Nacht verbrachte.
"Für Bunga-Bunga und Berlusconi dürfte die Zeit abgelaufen sein", kommentierte der Historiker Thomas Schlemmer im Deutschlandfunk und spielte damit auf die vielzähligen Sex-Affären des ehemaligen Ministerpräsidenten an. Er gab jedoch zu bedenken, dass sich erst noch zeigen werde, wie groß Berlusconis politischer Einfluss hinter den Kulissen in Zukunft sein werde.
Kurz vor dem Rücktritt Berlusconis hatte nach dem Senat auch das Abgeordnetenhaus das Reform- und Sparpaket verabschiedet, das die EU gefordert hat.
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Letzte Änderung: 15.11.2011 11:11 Uhr
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