Zum Inhalt
Zur Deutschlandfunk-Startseite
Zur Deutschlandradio Kultur-Startseite
Zur DRadio-Wissen-Startseite
 
nach oben
AKTUELL VOM 17.11.2011
Die Euro-Skulptur vor dem Hauptgebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt (Bild: AP) Die Euro-Skulptur vor dem Hauptgebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt (Bild: AP)

Erklärwerk: Die EZB

Von Stephan Beuting, Martin Krinner und Andreas Kolbe

Darf die Europäische Zentralbank Anleihen fremder Staaten kaufen, um deren Kurse zu stützen? Aus Sicht des Wirtschaftsjuristen Markus Kerber ein klarer Rechtsverstoß der EZB. Daher klagt er vor dem Europäischen Gerichtshof auf Schadenersatz. Zu Recht?

Der Europäischen Zentralbank, gegründet 1989, Sitz in Frankfurt am Main, wird Rechtsbruch vorgeworfen. Im Kern der Auseinandersetzung geht es um die Frage, ob sie mit dem Kauf von portugiesischen, griechischen oder italienischen Staatsanleihen ihrem obersten Ziel nachkommt, also einen stabilen Euro garantiert, oder ob sie genau damit gegen europäisches Recht verstößt.

Kritiker werfen ihr vor, gegen Artikel 123 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union zu handeln. Danach darf die EZB nämlich keine Staatsanleihen unmittelbar von den Zentralbanken der Mitgliedsländer erwerben.

Andererseits stabilisiert die EZB durch den Ankauf von Staatsanleihen schließlich den Eurokurs. Die Befürworter dieser Ankäufe argumentieren auch damit, dass sich Artikel 123 ja auf den "unmittelbaren" Erwerb der Staatsanleihen beziehe. Da die Anleihen aber nur mittelbar, auf dem sogenannten Sekundärmarkt von Dritten gekauft worden seien, liege kein Verstoß vor.

Erfüllt die EZB mit dem Kauf von Staatsanleihen im erweiterten Sinne ihren Auftrag, einen stabilen Euro zu garantieren, oder handelt sie widerrechtlich? Andreas Kolbe, Deutschlandfunk Wirtschaftsredaktion:

"Es ist sicher nicht die Kernaufgabe der Europäischen Zentralbank, Staatsanleihen zu kaufen, sondern deren Aufgabe ist es, für einen stabilen Euro zu sorgen. Aber das tut sie mit dieser Maßnahme, mit dem Kauf von Staatsanleihen sorgt die EZB dafür, dass es den Euro überhaupt weiter geben kann, und sie sorgt auch dafür, dass der Euro stabil bleibt, weil das Geld, was sie in die Staatsanleihen steckt, das saugt sie an anderer Stelle bisher raus, sodass nicht mehr Geld in den Umlauf kommt und dadurch auch im Augenblick keine inflationären Gefahren daraus erwachsen sollten."

Zahl: 187 Milliarden

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank ihre Käufe in europäische Staatsanleihen zurückgefahren, im Vergleich zur Vorwoche sogar mehr als halbiert. Addiert man aber die Anleihenkäufe der letzten 18 Monate, beläuft sich der Gesamtwert auf 187 Milliarden Euro. An allen Gewinnen und Verlusten, die aus diesen Ankäufen entstehen, ist die Bundesbank und damit der Steuerzahler mit 29 Prozent, also knapp einem Drittel, beteiligt.


Letzte Änderung: 27.05.2012 03:35 Uhr

 

Links:

JETZT IM RADIO

Deutschlandfunk

Seit 15:05 Uhr
Corso
Nächste Sendung: 16:00 Uhr
Nachrichten

mehr

Deutschlandradio Kultur

Seit 15:50 Uhr
Debatte
Nächste Sendung: 16:00 Uhr
Nachrichten

mehr

DRadio Wissen

Seit 15:48 Uhr
Spielraum
Nächste Sendung: 16:00 Uhr
Die Welt in 100 Sekunden

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandfunk

Deutschlandradio Kultur

DRadio Wissen

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Wagner im Jazz: Neue Ansätze von Eric Schaefer und Dieter Ilg

Sendezeit: 22.05.2013, 15:52

Corsogespräch: Sabine Sonntag über Richard Wagners Einfluss auf die Popkultur

Sendezeit: 22.05.2013, 15:39

Kulturnachrichten

Sendezeit: 22.05.2013, 15:29

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link