Der Name "Aktionsbüro Mittelrhein" klingt eigentlich unverdächtig. Doch die Einrichtung stand bei der großen Polizeirazzia gegen die rechte Szene im Blickpunkt. 23 Verdächtige sitzen noch in Untersuchungshaft.
Die Koblenzer Staatsanwaltschaft gab heute Einzelheiten der mehrere Bundesländer umfassenden Aktion vom vergangenen Dienstag bekannt. Ingesamt befänden sich 23 Beschuldigte in Untersuchungshaft. Ein Verdächtiger sei inzwischen freigelassen worden. Die Fahnder hatten verdächtige Gebäude in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Baden-Württemberg durchsucht.
Das als kriminelle Vereinigung eingestufte "Aktionsbündnis Mittelrhein" hat seine Zentrale nach Polizeiangaben in dem rechten Wohnprojekt "Braunes Haus" in Bad Neuenahr. Wie die Staatsanwaltschaft weiter erklärte, ging es bei den Untersuchungen am Dienstag auch um die Bildung oder Unterstützung dieser Vereinigung. Die weiteren Vorwürfe gegen die Festgenommenen lauten: gefährliche Körperverletzung, schwerer Landfriedensbruch und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Die Aktion richte sich auch gegen Mitglieder der NPD, teilte die Ermittlungsbehörde weiter mit. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor unter Berufung auf eine dem Bundestag vorliegende Kriminalstatistik berichtet, dass Polizei und Bundeskriminalamt bundesweit nach über 100 Neonazis suchen. Zu den Delikten, die diesen Personen zur Last gelegt würden, gehörten nicht nur szenetypische Straftaten wie Volksverhetzung, Gewaltverbrechen und das Zeigen des "Hitlergrußes". Zahlreiche Neonazis wurde auch wegen Betruges, Diebstahls und wegen Drogendelikte gesucht.
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Letzte Änderung: 20.03.2012 09:41 Uhr
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