Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga meistbietend an den Pay-TV-Sender Sky verkauft. Die Deutsche Telekom ging leer aus. Zuschauer von ARD und ZDF dürfen sich dagegen weiter auf Spielberichte am Abend freuen.
Die Rechte im Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro gelten für vier Spielzeiten, beginnend ab der Saison 2013/14. Für die Deutsche Fußball Liga bedeutet das Einnahmen von 628 Millionen Euro pro Jahr. Das gab DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Dienstag in Frankfurt am Main bekannt. Der Preis für die Senderechte ist somit um rund 50 Prozent gestiegen (zuvor waren es pro Spielzeit 412 Millionen Euro).
Wie Seifert sagte, hat die Liga nicht mit einem solchen Rekordergebnis gerechnet. Die Erlössteigerung sei auf die besondere Wettbewerbssituation zurückzuführen. Sky habe bei jedem der erworbenen Live-Pakete mehr Geld geboten als die Mitbewerber. Ob der von Rupert Murdoch kontrollierte Konzern einzelne Rechte an andere Unternehmen sublizenziere, sei nicht die Entscheidung der DFL.
Parter im frei empfangbaren Fernsehen bleibt die ARD mit der "Sportschau" am Samstag, die aller Voraussicht nach im gewohnten Format erhalten bleiben wird. Auch die Rechte für die Sonntagspiele gingen an die ARD. Die Erstsenderechte im Free-TV-Bereich für das Top-Spiel am Samstag erwarb dagegen erneut das ZDF, das im "Aktuellen Sportstudio" berichten wird.
Die ARD sicherte sich außerdem sieben Live-Spiele, darunter der Saison- und Rückrundenauftakt sowie Relegationsspiele und Supercup. Der Privatsender Sport1 übernimmt wie bisher die Zusammenfassung von der Zweiten Bundesliga am Freitag und Sonntag und zeigt das Zweitliga-Spiel am Montag live.
Sky sicherte sich erneut die Live-Rechte für Kabel und Satellit sowie für alle anderen Übertragungstechnologien im Internet und über Mobilfunk. Die Deutsche Telekom, die aktuell die Internetrechte besitzt und nun auf alle Live-Rechte geboten hatte, ging leer aus.
Erstmals erwarb auch der Axel-Springer-Verlag Verwertungsrechte des Ligaverbandes. Ab der Spielzeit 2013/2014 könne Springer von allen Spielen sogenannte Highlight-Clips im Web-TV und Mobilfunk anbieten, erklärte Seifert. Der Abruf ist eine Stunde nach Spielende als Pay-Angebot und ab 0 Uhr des Folgetags frei möglich.
Liga-Präsident Reinhard Rauball sprach von einem "guten Tag für die Bundesliga und damit für den gesamten deutschen Fußball". Clubs, Fans und Medienpartner hätten nun Planbarkeit für die kommenden Jahre. Seifert sagte, inklusive der internationalen Einnahmen erlöse der deutsche Profifußball künftig jährlich etwa 700 Millionen Euro aus den Medienrechten. Die Bundesliga festige dadurch ihre Stellung als eine der umsatzstärksten Fußball-Ligen der Welt.
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Letzte Änderung: 23.04.2012 10:40 Uhr
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