Liberias Ex-Präsident Charles Taylor muss sich vor einem Spezialgericht im niederländischen Leidschendam verantworten (Bild: AP)
Schuldig gesprochen war er bereits - heute wurde das Strafmaß verkündet: Liberias früherer Diktator Charles Taylor wird die letzten Jahre seines Lebens im Gefängnis verbringen. Das Sondertribunal der Vereinten Nationen in Den Haag legte eine Gefängnisstrafe von 50 Jahren fest.
Der 64-jährige Taylor war bereits Ende April wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen in Sierra Leone schuldig gesprochen worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er bei schweren Verbrechen wie Mord, Vergewaltigung und Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten in dem westafrikanischen Land Hilfe und Unterstützung geleistet hatte.
Von Liberia aus hat Taylor demnach in den 90er Jahren die Rebellen im Nachbarland Sierra Leone mit Waffen, Munition, Kommunikationsgeräten und Logistik versorgt. Im Tausch dafür bekam er Diamanten. Der Handel mit diesen so genannten Blutdiamanten war die Basis für Taylors Aufstieg zum Kriegsfürsten.
Taylor galt als einer der brutalsten Warlords Afrikas. Er hatte in den USA Ökonomie studiert und entfesselte 1989 einen Bürgerkrieg in Liberia, als er mit einem Herr von Kindersoldaten einmarschierte und den damaligen Diktator Samuel Doe töten ließ. Bis 1996 kamen 200.000 Menschen ums Leben - jeder zehnte Liberianer. Ein Jahr später ließ sich Taylor zum Präsidenten wählen, musste das Amt aber 2003 auf internationalen Druck hin aufgeben. 2006 wurde er als international gesuchter Kriegsverbrecher in Nigeria festgenommen und nach Den Haag überstellt.
Taylor selbst bedauert die Gräueltaten, weist aber bis heute jegliche Verantwortung von sich. Das Sondertribunal war aus Sicherheitsgründen von Westafrika in die Niederlande verlegt worden. Taylor wird seine Strafe in Großbritannien verbüßen müssen.
Letzte Änderung: 07.12.2012 03:45 Uhr
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