Zum Inhalt
Zur Deutschlandfunk-Startseite
Zur Deutschlandradio Kultur-Startseite
Zur DRadio-Wissen-Startseite
 
nach oben
AKTUELL VOM 02.07.2012
Der Rückzug von Verfassungsschutzpräsident Fromm ist nach Ansicht vieler Politiker nur ein erster Schritt (Bild: picture alliance / dpa / Kay Nietfeld) Der Rückzug von Verfassungsschutzpräsident Fromm ist nach Ansicht vieler Politiker nur ein erster Schritt (Bild: picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Verfassungsschutzchef gibt sein Amt auf

Druck auf Fromm nach NSU-Ermittlungspannen

Die Pannen bei den Ermittlungen gegen die Zwickauer Neonazi-Zelle NSU haben erste personelle Konsequenzen: Der Präsident des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, bat um die Versetzung in den Ruhestand. Bundesinnenminister Friedrich nahm das Gesuch an.

Jahrelang blieb die Neonazi-Terrorzelle "Nationalsozialischer Untergrund" (NSU) in Deutschland unentdeckt. Die Zwickauer Gruppe wird für eine Mordserie an neun Einwanderern und einer Polizistin zwischen 2000 und 2007 verantwortlich gemacht. Doch die deutschen Sicherheitsdienste sollen mehrfach gewarnt worden sein. Hinweise kamen auch aus dem Ausland.

Im Zuge der Ermittlungen wurde eine Panne nach der anderen bekannt. Letzter Höhepunkt war die Entdeckung, dass sieben Ordner mit geheim gehaltenen Akten über die NSU-Vorgängerorganisation Thüringer Heimatschutz vernichtet wurden, nachdem die Terrorzelle aufflog.

Verfassungschutzpräsident Heinz Fromm äußerte sich zunächst entsetzt. Nun bat er Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), zum Monatsende seinen Posten räumen zu dürfen. Und Friedrich nahm sein Gesuch an. Am Donnerstag soll Fromm vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages aussagen.

Annerkennung für Rückzug

Innenminister Hans-Peter Friedrich hat die Verdienste des scheidenden Verfassungsschutzpräsidenten gewürdigt. Die Umstände im Zusammenhang mit dem rechtsextremistischen NSU dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Bundesamt unter Fromm erhebliche Erfolge für die Sicherheit in diesem Land erreicht habe, sagte der CSU-Politiker in Berlin. Hierfür danke er Fromm, dessen persönliche Integrität außer Zweifel stehe.

Der Rückzug von Verfassungsschutzpräsident Fromm ist derweil von vielen Politikern als richtiger Schritt begrüßt worden. Der Vorsitzende des Bundestags-Untersuchungssausschusses zu der Neonazi-Mordserie, Sebastian Edathy, sagte der "Thüringer Allgemeinen", es handele sich um den ersten maßgeblichen Vertreter einer Innenbehörde, der bereit sei, die Konsequenzen aus den Ermittlungspannen zu ziehen. Der Grünen-Politiker Christian Ströbele sagte im Deutschlandfunk, es müsse aufgeklärt werden, ob Fromm neben politischer auch persönliche Schuld auf sich geladen habe. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier betonte dagegen, dass Fromm die Verantwortung für das nicht zu rechtfertigende Verhalten eines Mitarbeiters übernommen habe.

Fromm sieht Behörde beschädigt

Fromm leitet die Behörde seit zwölf Jahren. Zuvor führte er den Verfassungsschutz in Hessen und eine Justizvollzugsanstalt in Kassel. Zudem war er Staatssekretär im hessischen Innenministerium. Fromm ist Mitglied der SPD.

Fromm hatte nach Bekanntwerden der Aktenvernichtung erklärt, diese Panne habe das Ansehen seiner Behörde schwer beschädigt. "Nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand handelt es sich um einen Vorgang, wie es ihn in meiner Amtszeit bisher nicht gegeben hat", sagte Fromm dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Hierdurch ist ein erheblicher Vertrauensverlust und eine gravierende Beschädigung des Ansehens des Amtes eingetreten."


Letzte Änderung: 09.01.2013 03:44 Uhr

 

JETZT IM RADIO

Deutschlandfunk

Seit 03:05 Uhr
Vokalmusik
Nächste Sendung: 04:00 Uhr
Nachrichten

mehr

Deutschlandradio Kultur

Seit 02:05 Uhr
Tonart
Nächste Sendung: 06:56 Uhr
Wort zum Tage

mehr

DRadio Wissen

Seit 00:00 Uhr
DJ Wissen
Nächste Sendung: 05:00 Uhr
Nachrichten

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandfunk

Deutschlandradio Kultur

DRadio Wissen

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Parteitag der Linken - Brauchen wir eine sozialistische Alternative?

Sendezeit: 16.06.2013, 01:05

Neue Kicks für den Spielplan. Theaterautoren im Aktualitätsdruck

Sendezeit: 16.06.2013, 00:06

Netzwerk Recherche Treffen in Hamburg

Sendezeit: 15.06.2013, 23:45

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link