Die Wirtschaftsentwicklung hat den Sozialversicherungen im ersten Quartal ein Plus von 800 Millionen Euro eingebracht. Besonders die Bilanz der Bundesagentur für Arbeit fiel positiv aus. Ob die Überschüsse auch zu niedrigeren Beiträgen führen, ist ungewiss.
Grund für den Überschuss in den Kassen war dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden zufolge die "positive konjunkturelle Entwicklung" in den ersten drei Monaten des Jahres. Über wie viel Geld die Sozialversicherungen verfügen können, ist erst mit einer Verzögerung von mehreren Monaten genau zu beziffern - denn die Einnahmen "bewegen" sich mit dem Konjunkturverlauf und daher mit der Höhe der Beiträge.
Die gesunkene Arbeitslosenquote drückte die Ausgaben der Arbeitsagenturen um 11,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal 2011. Die Arbeitslosenzahl in beiden Zeiträumen war um 6,6 Prozent zurückgegangen. Insgesamt betrug der Überschuss in der Arbeitslosenversicherung 1,3 Milliarden Euro.
Auch die gesetzliche Krankenversicherung lag im ersten Quartal 2012 im Plus. Ihr Überschuss verringerte sich zwar, weil der Abstand zwischen Einnahmen und Ausgaben schrumpfte, sie schloss aber trotzdem unter dem Strich mit einem positiven Ergebnis von 400 Millionen Euro ab. Der Überschuss der Krankenkassen ist seit Monaten ein Streitpunkt: ob die Versicherten einen Teil davon zurückbekommen sollten oder nicht.
Bei Renten- und Pflegeversicherung ergab sich ein Defizit. Die Finanzlücke betrug in der Rentenversicherung 900 Millionen Euro, bei der Pflegeversicherung 200 Millionen Euro. Alle Sparten der Sozialversicherung zusammengenommen erzielten allerdings einen Überschuss von 800 Millionen Euro, 700 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Darin sind außerdem noch die Unfallversicherung und die Alterssicherung der Landwirte enthalten.
Die Statistiker wiesen darauf hin, dass aus den Zahlen des Startquartals noch keine Rückschlüsse auf das komplette Jahr 2012 gezogen werden können. Dafür seien die Schwankungen im Jahresverlauf zu stark.
Letzte Änderung: 18.07.2012 09:59 Uhr
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