Die Leiterinnen der Bayreuther Festspiele 2012: Eva Wagner-Pasquier (l.) und Katharina Wagner. (Bild: picture alliance / dpa / David Ebener)
Heute werden die Bayreuther Festspiele mit der Premiere "Der fliegende Holländer" eröffnet. Die "Parsifal"-Aufführung ist am 11. August in ausgewählten Kinos zu sehen. 2016 soll der bildende Künstler und Performer Jonathan Meese den "Parsifal" in Bayreuth neu inszenieren.
"Lohengrin", "Tannhäuser" und vor allem "Der fliegende Holländer" stehen auch in diesem Jahr bei den vierwöchigen Bayreuther Festspielen auf dem Programm. Beim Auftakt, dem "Fliegenden Holländer", führt der junge Jan Philipp Gloger Regie. Er hat angekündigt, mit seiner dritten Operninszenierung weder provozieren zu wollen noch zu brav zu sein. Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur lobte Christian Thielemann, Dirigent des "Fliegenden Holländers", die Zusammenarbeit mit dem 31-Jährigen: "Er ist ein sehr erfreulicher Typ von Regisseur."
Der "Tannhäuser" wird in einer überarbeiteten Fassung unter der Regie von Sebastian Baumgarten gezeigt, dessen Inszenierung 2011 für kontroverse Reaktionen gesorgt hatte. Baumgarten ließ unter anderem eine Biogasanlage auf der Bühne installieren.
Die "Meistersinger von Nürnberg" ist bereits die vierte Oper, die in Bayreuth in einer knappen Fassung für Kinder zu sehen ist. Kulisse und Kostüme wurden von Kindern entworfen. So trägt Hans Sachs einen Schuh auf dem Kopf. Der Gesangswettbewerb ist einer Castingshow angelehnt. Unser Bayreuth-Korrespondent Jürgen Liebing lobte die heutige Premiere: Es sei auch diesmal gelungen, etwas ganz Neues zu machen.
2013 soll "Tristan und Isolde" einer Fassung für Kinder in Bayreuth zu sehen sein.
Der "Parsifal" wird in diesem Jahr das letzte Mal unter der Regie von Stefan Herheim zu sehen sein. Da der Sponsor für das Public Viewing überraschend abgesprungen ist, wird die Aufführung in Hundert Kinos am 11. August in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt.
Doch im Vordergrund stehen bisher nicht die Inszenierungen. Denn der Darsteller des "Holländers" wurde gezwungen abzureisen. Grund sind Tattoos mit Nazi-Symbolik, die Evgeny Nikitin sich in seiner Jugend hatte auf die Brust stechen lassen. "Mir war die Tragweite der Irritationen und Verletzungen nicht bewusst, die diese Zeichen und Symbole besonders in Bayreuth und im Kontext der Festspielgeschichte auslösen", erklärte er. Selbstverständlich habe niemand die Körperbemalung vorher kontrolliert, sagte Peter Emmerich, Sprecher der Bayreuther Festspiele im Deutschlandfunk. "Es ist natürlich eine Sache, die man sich nie hätte vorstellen können."
Wenige Stunden nach dem Eklat wurde der neue Holländer präsentiert: Der südkoreanische Bassbariton Samuel Youn.
Während der Festspiele ist unterhalb des Festspielhauses im Park die Ausstellung "Verstummte Stimmen" zu sehen. Auf Schautafeln kann man die Schicksale von jüdischen Sängern und Sängerinnen und Musikern nachverfolgen.
Die Verträge von Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier haben in diesem Jahr Halbzeit. Sie waren 2008 ihrem Vater Wolfgang Wagner als neue Herrscherinnen auf dem Grünen Hügel gefolgt. Sie rüsten sich für das Jubiläumsjahr 2013, in dem Richard Wagners 200. Geburtstag gefeiert wird.
Berliner Volksbühnen-Intendant Frank Castorf wird dann den Jubiläumsring inszenieren, berichtet Katharina Wagner im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Die Proben für den "Ring des Nibelungen", der vier Abende und insgesamt 16 Stunden umfasst, beginnen schon am 1. August.
Eine weitere Idee ist die Einrichtung von Meisterklassen, um jungen Sängern eine Möglichkeit zu geben, sich mit erfahrenen Sängern auszutauschen.
Im Jahr 2016 soll der umstrittene bildende Künstler und Performer Jonathan Meese den "Parsifal" in Bayreuth inszenieren.
Die Bayreuther Festspiele finden vom 25. Juli bis 28. August 2012 statt.
Links bei dradio.de:
"Fliegender Holländer" mit Nazi-Tattoo - Bassbariton Evgeny Nikitin sagt Auftritt bei den Bayreuther Festspielen ab
Bühne Kino und Film - Bayreuth vor den Festspielen
Programmtipps:
Deutschlandradio Kultur
Mittwoch, 25. Juli,
14.55 Uhr, Radiofeuilleton: Rezension der Kinderoper "Die Meistersinger von Nürnberg"
19 Uhr, Fazit: Interview mit Jan Philipp Gloger, Regisseur des "Fliegenden Holländers"
23.05 Uhr, Fazit - Kultur vom Tage: Rezension der Premiere "Der fliegende Holländer"
Sonntag, 29. Juli, 23.05 Uhr: Resümee des 1. Zyklus von Jürgen Liebing
Letzte Änderung: 06.08.2012 11:58 Uhr
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Machiavelli-Ausstellung in Rom
Sendezeit: 20.05.2013, 17:42
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