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AKTUELL VOM 02.08.2012
Syrische Flüchtlinge in Jordanien packen Hilfsgüter auf einen Pick-up Truck (Bild: picture alliance / dpa / Taylor Luck) Syrische Flüchtlinge in Jordanien packen Hilfsgüter auf einen Pick-up Truck (Bild: picture alliance / dpa / Taylor Luck)

Syrien droht ein Hungerproblem

FAO zufolge brauchen Millionen Menschen dringend Lebensmittel

Die USA wollen syrische Rebellen mit Millionen Dollar für Kommunikationsausrüstung ausstatten. Wenn es nach der Welternährungsorganisation geht, braucht die Bevölkerung aber erst einmal eines: Nahrung. Und zwar möglicherweise schon bald für drei Millionen Menschen.

1,5 Millionen Menschen sind am schwersten von dem andauernden Konflikt in Syrien betroffen - sie sind dringend auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Bis Sommer kommenden Jahres könnten es drei Millionen sein. Die Prognose der Welternährungsorganisation (FAO) ist gleichzeitig ein Aufruf an die internationale Gemeinschaft, schnell zu helfen, bevor eine Hungersnot entsteht. Auch die Landwirtschaft muss laut der Stellungnahme unterstützt werden, mit Saatgut, Futter, Treibstoff und Hilfen bei Reparaturen.

Die FAO hat gemeinsam mit dem syrischen Landwirtschaftsministerium untersucht, wie der bewaffnete Konflikt sich auf die Arbeit der Bauern auswirkt. Das Ergebnis: Getreide-, Baum- und Viehbestände seien schwer beschädigt worden, auch mit den Bewässerungsanlagen gebe es Probleme. Es fehlten Arbeitskräfte und Geräte.

"Situation in Flüchtlingslagern ist erschütternd"

Syrische Flüchtlinge Syrische Flüchtlinge seien derzeit nur mit dem Nötigsten versorgt, sagt der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, im Deutschlandfunk. "Wasser gibt es, es gibt was zu essen, es gibt Decken und Matratzen, aber eben sonst nichts." Besonders die Situation in den jordanischen Flüchtlingslagern an der syrischen Grenze seien erschütternd. Insgesamt seien in dem Land als 150.000 Flüchtlinge angekommen. Derzeit sehe es nicht danach aus, als könnten sie bald in ihr Heimatland zurückkehren. Auch nach einem möglichen Abgang von Assad sei zu befürchten, "dass dann ein echter interner Bruderkrieg losgeht".

Seit Oktober 2011 liefert das Welternährungsprogramm Lebensmittel nach Syrien, die FAO unterstützt schon Kleinbauern und Viehzüchter. Die finanziellen Mittel müssten aber für den jetzt geschätzten Bedarf noch deutlich aufgestockt werden - ohnehin eine nicht ganz neue Forderung angesichts wachsender Flüchtlingslager. Die USA haben bekanntgegeben, die syrischen Rebellen mit 25 Millionen Dollar zu unterstützen - zehn Millionen mehr als bisher vorgesehen. Mit dem Geld würden überwiegend Kommunikationstechnik finanziert.

CIA darf sich einmischen

Außerdem ist eine weitere Unterstützung der Rebellen geplant, und zwar durch den US-Geheimdienst CIA. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Präsident Barack Obama in einer geheimen Anordnung erlaubt, dass die CIA die syrische Opposition verdeckt unterstützt. Als Koordinationsstelle ist demnach eine geheime Zentrale vorgesehen, die von der Türkei und anderen mit den Rebellen verbündeten Staaten betrieben wird. Mit Bezug auf anonyme Quellen meldet Reuters, Obama habe die Anordnung schon "vor einiger Zeit" unterschrieben. Grund für die Unterstützung sei auch die festgefahrene Situation im UNO-Sicherheitsrat. Eine Resolution und damit Sanktionen haben Russland und China immer wieder erfolgreich verhindert.


Letzte Änderung: 06.08.2012 11:58 Uhr

 

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