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AKTUELL VOM 27.08.2012
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will schärfere Kontrollen bei Organspenden. (Bild: picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm) Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will schärfere Kontrollen bei Organspenden. (Bild: picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)

Organspende: Es soll schärfere Kontrollen geben

Künftig sollen drei Personen über die Aufnahme in Wartelisten entscheiden

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) einigte sich bei einem Treffen in Berlin mit Bundesländern, Krankenkassen und Ärzteverbänden auf einen Maßnahmenkatalog, der auch eine bessere Dokumentation von Transplantationen vorsieht. An den Kontrollen sollen externe Fachleute beteiligt werden.

Mit schärferen Kontrollen sollen nach den Vorstellungen von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Zukunft Manipulationen bei Organspenden verhindert werden. Alle Transplantationszentren sollen jetzt auf Auffälligkeiten untersucht werden. In Zukunft werden mindestens drei Personen über die Aufnahme von Patienten in Wartelisten für Organe entscheiden. Auch sollen die Transplantationen in Eilfällen besser und nachvollziehbarer dokumentiert werden.

Montgomery fordert mehr Transparenz

Im Deutschlandfunk hatte Bundesärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery zuvor mehr Transparenz beim Organspendeverfahren gefordert. Es sei wichtig, Sicherheitsbremsen einzuziehen, damit sich Skandale wie in Regensburg und Göttingen nicht wiederholten. Dazu gehörten eine bessere Aufsicht, mehr unangemeldete Kontrollen und drastische Sanktionen. Es sei denkbar, Ärzten unter Verdacht "das Transplantieren zu verbieten, bis die Vorwürfe aufgeklärt sind", auch könnten Transplantationszentren kurzfristig vom Netz genommen werden. Dies sei wichtig, um das geschädigte Vertrauen wieder herzustellen.

Zugleich verteidigte Montgomery das Organspendesystem insgesamt. "Wir haben es wirklich mit einem Einzelfall zu tun", sagte Montgomery über die Vorfälle in Regensburg und Göttingen. Er berief sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung. Die Prüfkommission der Bundesärztekammer hat knapp 51.000 Fälle zwischen 2000 und 2011 untersucht. Dabei habe es lediglich 119 "klärungsbedürftige Auffälligkeiten" gegeben. In 21 Fällen hätten Verstöße vorgelegen, die an Ministerien oder Staatsanwaltschaften zur Überprüfung weitergeleitet worden seien.

Ruf nach mehr Kontrolle, Kritik an Schnellverfahren

An den Unikliniken in Regensburg und Göttingen sollen Mediziner Daten zum Vorteil bestimmter Patienten manipuliert haben. Seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe in den vergangenen Wochen zeigten Umfragen eine sinkende Spendebereitschaft bei der Bevölkerung, Rufe nach besserer Kontrolle und mehr Sanktionsmöglichkeiten gegenüber Transplantationszentren und Ärzten wurden laut. Auch gerieten Schnellverfahren sowie Hochdringlichkeitsfälle bei der Organvergabe in die Kritik - dabei soll es weniger gerecht zugehen, weil die allgemeine Warteliste nicht oder nicht uneingeschränkt gilt.

Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:

Krankenkassen-Chef sieht im Organspenden-Skandal ein "Riesenproblem" für die Spendenbereitschaft (Interview)

Chef von Eurotransplant fordert Sanktionen nach Organspendeskandal in Göttingen (Interview)


Letzte Änderung: 30.08.2012 13:17 Uhr

 

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