Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will schärfere Kontrollen bei Organspenden. (Bild: picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) einigte sich bei einem Treffen in Berlin mit Bundesländern, Krankenkassen und Ärzteverbänden auf einen Maßnahmenkatalog, der auch eine bessere Dokumentation von Transplantationen vorsieht. An den Kontrollen sollen externe Fachleute beteiligt werden.
Mit schärferen Kontrollen sollen nach den Vorstellungen von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Zukunft Manipulationen bei Organspenden verhindert werden. Alle Transplantationszentren sollen jetzt auf Auffälligkeiten untersucht werden. In Zukunft werden mindestens drei Personen über die Aufnahme von Patienten in Wartelisten für Organe entscheiden. Auch sollen die Transplantationen in Eilfällen besser und nachvollziehbarer dokumentiert werden.
Skalpell vor dem Hintergrund weiterer Operationswerkzeuge (Bild: picture alliance / dpa / Oliver Berg)
Im Deutschlandfunk hatte Bundesärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery zuvor mehr Transparenz beim Organspendeverfahren gefordert. Es sei wichtig, Sicherheitsbremsen einzuziehen, damit sich Skandale wie in Regensburg und Göttingen nicht wiederholten. Dazu gehörten eine bessere Aufsicht, mehr unangemeldete Kontrollen und drastische Sanktionen. Es sei denkbar, Ärzten unter Verdacht "das Transplantieren zu verbieten, bis die Vorwürfe aufgeklärt sind", auch könnten Transplantationszentren kurzfristig vom Netz genommen werden. Dies sei wichtig, um das geschädigte Vertrauen wieder herzustellen.
Zugleich verteidigte Montgomery das Organspendesystem insgesamt. "Wir haben es wirklich mit einem Einzelfall zu tun", sagte Montgomery über die Vorfälle in Regensburg und Göttingen. Er berief sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung. Die Prüfkommission der Bundesärztekammer hat knapp 51.000 Fälle zwischen 2000 und 2011 untersucht. Dabei habe es lediglich 119 "klärungsbedürftige Auffälligkeiten" gegeben. In 21 Fällen hätten Verstöße vorgelegen, die an Ministerien oder Staatsanwaltschaften zur Überprüfung weitergeleitet worden seien.
Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:
Krankenkassen-Chef sieht im Organspenden-Skandal ein "Riesenproblem" für die Spendenbereitschaft (Interview)
Chef von Eurotransplant fordert Sanktionen nach Organspendeskandal in Göttingen (Interview)
Letzte Änderung: 30.08.2012 13:17 Uhr
Links:
Links bei dradio.de:
Deutschlandfunk
Seit 21:05 Uhr
Konzertdokument der Woche
Nächste Sendung: 23:00 Uhr
Nachrichten
Deutschlandradio Kultur
Seit 22:00 Uhr
Musikfeuilleton
Nächste Sendung: 22:30 Uhr
Ortszeit
DRadio Wissen
Seit 20:05 Uhr
DRadio Wissen Lärm
Nächste Sendung: 00:00 Uhr
Nachrichten
Beiträge zum Nachhören
Interview mit Daniel Drepper, Zielvereinbarungen bei Olympia
Sendezeit: 16.06.2013, 20:53
Interview mit Ruder-Bundestrainer Ralf Holtmeyer
Sendezeit: 16.06.2013, 19:50
Interview mit Julius Brink, Beachvolleyball-Olympiasieger
Sendezeit: 16.06.2013, 19:33
dradio-Recorder
im Beta-Test: