Der kolumbianische Präsident Santos während seiner Fernsehansprache (Bild: picture alliance / dpa / Leonardo Munoz)
Nach fast 50 Jahren des bewaffneten Kampfs könnte Kolumbien vor einer historischen Wende stehen: Die Regierung hat nach eigenen Angaben Friedensgespräche mit der FARC-Guerilla vereinbart. Präsident Juan Manuel Santos lud auch weitere Rebellen zu der Initiative ein.
Die Regierung führe "Sondierungsgespräche" mit der linksgerichteten FARC, sagte Präsident Santos in einer Fernsehansprache. Der frühere Vizepräsident und Journalist Francisco Santos hatte im Radiosender RCN berichtet, die Verhandlungen sollten am 5. Oktober in der norwegischen Hauptstadt Oslo beginnen und dann in Havanna weitergeführt werden.
Es ist das erste Mal, dass Santos Gespräche mit den FARC-Rebellen bestätigt. Die Ergebnisse der "Annäherung" sollten in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden, kündigte der Staatschef an. Die Armee werde jedoch ihren Feldzug gegen die Rebellen auch während der Gespräche fortsetzen. Santos betonte in der Ansprache, er habe seit seinem Amtsantritt 2010 seine in der Verfassung festgeschriebene Verpflichtung wahrgenommen, nach Frieden zu streben. Auch die die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes, die ELN, sei bereit, an den Gesprächen über ein Ende der Gewalt teilzunehmen, sagte der Präsident.
Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sind die größte und älteste Guerillagruppe Kolumbiens. Ihnen gehören nach offiziellen Angaben zwischen 8000 und 11.000 Kämpfer an, die vor allem in den Grenzgebieten zu Venezuela und Ecuador aktiv sind. Die FARC führt seit 1964 einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung. Die linksgerichtete Gruppe, die sich selbst als Volksarmee zur Verteidigung der Rechte der Landarbeiter bezeichnet und vor allem über den Verkauf von Kokain und Entführungen finanziert, ist durch eine seit 2002 andauernde Militäroffensive zunehmend in die Defensive geraten - von den USA ausgebildete Elitetruppen haben ihr herbe Niederlagen zugefügt.
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Letzte Änderung: 30.08.2012 13:17 Uhr
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