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AKTUELL VOM 28.09.2012
Malu Dreyer (SPD) soll Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden (Bild: picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen) Malu Dreyer (SPD) soll Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz werden (Bild: picture alliance / dpa / Fredrik von Erichsen)

Malu Dreyer soll Rheinland-Pfalz regieren

Kurt Beck kündigt seinen Rückzug für Anfang 2013 an

Sie kam erst mit 34 Jahren in die aktive Politik: Malu Dreyer, die im kommenden Jahr Kurt Beck als Ministerpräsidentin in Mainz nachfolgen soll. Auch ein gesundheitliches Handicap kann sie nicht aufhalten.

Über Malu Dreyer höre man bei SPD-Parteifreunden immer wieder, sie sei "eine Politikerin der Herzenswärme", stellte die "Rhein-Zeitung" vor anderthalb Jahren fest. Damals feierte Dreyer ihren 50. Geburtstag. Nun steht die beliebte Sozialministerin von Rheinland-Pfalz vor einem Karrieresprung ganz an die Spitze ihres Bundeslandes, wenn sie im Landtag um die Nachfolge von Ministerpräsident Kurt Beck kandidiert.

Dreyer bezeichnet sich selbst als politische Quereinsteigerin. Erst im Alter von 34 Jahren trat die studierte Juristin in die SPD ein. Ihr erstes aktives Amt in der Politik war der Bürgermeisterposten in Bad Kreuznach. Ab 1997 arbeitete sie in der Landeshauptstadt Mainz als Sozialdezernentin, bevor sie Kurt Beck 2002 als Sozialministerin in sein Kabinett holte.

Wechsel soll "Anfang 2013" erfolgen

Am Abend sagte Beck in Mainz: "Ich bin froh und dankbar, dass die gesundheitliche Verfassung von Malu Dreyer es erlaubt, dass sie die Aufgabe als Ministerpräsidentin in diesem Land wahrnehmen kann und, ich bin sicher, hervorragend wahrnehmen wird." Er wolle bis Anfang 2013 zurücktreten, erklärte Beck.

Beck gab gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug an. Er habe "ein erhebliches Problem mit der Bauchspeicheldrüse" und müsse im kommenden Februar für längere Zeit ins Krankenhaus und zur Kur, erklärte er. Das gescheiterte Großprojekt Nürburgring habe nichts mit seinem Rücktritt zu tun, so Beck: "Wenn das noch akuter gewesen wäre, hätte ich vielleicht sogar dazu geneigt, mich noch eine Weile länger über die Runden zu quälen."

Wenn in den vergangenen Jahren über die Nachfolge des dienstältesten Landes-Regierungschefs spekuliert wurde, war Malu Dreyer lange Zeit nicht in der vordersten Reihe der Kandidaten dabei. Dabei spielte auch ihre Erkrankung an Multipler Sklerose eine Rolle. Seit rund 18 Jahren leidet sie an dieser Nervenkrankheit. 2006 ging sie damit in die Öffentlichkeit. "Mir geht es unheimlich gut. Ich kann nur nicht gut laufen", sagte Dreyer im vergangenen Jahr in einem Interview. Die Erkrankung behindere ihre Arbeit in keiner Weise, sagt sie.

Dreyer kündigte an, dass die Sozialpolitik einen Schwerpunkt ihrer Arbeit darstellen werde. Sie will auch auf einen Ausbau der Bürgerbeteiligung hinarbeiten.


Letzte Änderung: 02.10.2012 10:27 Uhr

 

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