Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 fest. Man werde das Vorhaben allerdings nicht ganz einfach umsetzen können, sagte Bundeskanzlerin Merkel (CDU) beim Elektro-Mobilitätsgipfel in Berlin.
Bisher haben sich die Deutschen noch nicht wirklich von den Vorteilen eines Elektroautos überzeugen lassen. Gerade einmal 4000 E-Autos sind derzeit zugelassen - und das bei 43 Millionen Fahrzeugen insgesamt. Dennoch bleibt die Bundesregierung dabei: Bis 2020 soll die Zahl der elektrisch betriebenen Pkw auf eine Million steigen. Es wäre falsch, das Ziel jetzt aufzugeben, weil noch acht Jahre Arbeit bevorstünden, sagte Merkel. Sie hatte für heute Vertreter aus Politik, Industrie und Forschung zu einem Spitzentreffen ins Kanzleramt eingeladen.
Allein im kommenden Jahr will die Bundesregierung eine Milliarde Euro in die Forschungsförderung investieren. Das Geld sollte ursprünglich aus dem Klimafonds kommen, der aus dem Verkauf der Kohlendioxid-Verschmutzungsrechte gefüllt werden sollte. Da die Preise dort aber weit unter den Erwartungen geblieben sind, war bislang unklar, ob das Geld wie geplant zur Verfügung stehen würde.
Grünen-Fraktionschefin Künast warf der schwarz-gelben Koalition mangelndes Engagement für die Elektromobilität vor. Es fehle an einer klaren politischen Strategie, sagte sie in Berlin. Dafür seien neben ehrgeizigen Zielwerten auch Kaufanreize erforderlich.
Ähnlich äußerte sich der Chef des Automobilkonzerns Daimler, Dieter Zetsche. Auch er forderte eine direkte Subventionierung. Die Bundesregierung lehnt dies ab. Sie will stattdessen Elektroautos für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreien. Bislang liegt die Frist bei fünf Jahren.
Elektroautos haben im Moment nur eine Reichweite von etwa 150 Kilometern. Dann muss die Batterie über einen längeren Zeitraum wieder aufgeladen werden. Nach Einschätzung von Experten gilt dies bei Verbrauchern als Haupthemmnis beim Kauf. Bislang gibt es in ganz Deutschland lediglich 2200 öffentlich zugängige Ladestationen. Für ein flächendeckendes Netz müssten noch mehrere Tausend Stationen hinzukommen.
In vier so genannten "Schaufensterregionen" werden Elektromobilitätsprojekte derzeit vorrangig gefördert. Das sind Berlin/Brandenburg, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern/Sachsen.
Letzte Änderung: 02.10.2012 10:27 Uhr
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