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AKTUELL VOM 07.10.2012
Benigno Aquino III, Präsident der Philippinen, berichtet in einer Rede im Präsidentenpalast in Manila über das Friedensabkommen mit der MILF (Bild: picture alliance / dpa / Rolex del Pena) Benigno Aquino III, Präsident der Philippinen, berichtet in einer Rede im Präsidentenpalast in Manila über das Friedensabkommen mit der MILF (Bild: picture alliance / dpa / Rolex del Pena)

Philippinen vor Abschluss eines Friedensabkommens

Regierung und islamische Rebellen verständigen sich

Die philippinische Regierung hat sich auf einen Friedensvertrag mit den islamischen Rebellen im Süden des Landes geeinigt. In der südlichen Region Mindanao könnte damit nach Jahrzehnten der Kämpfe Ruhe einkehren.

Die Vereinbarung zwischen der Regierung und der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF), der mit schätzungsweise 12.000 Mann stärksten Separatistengruppe auf den Philippinen, sieht unter anderem die Schaffung halbautonomer muslimischer Regionen in Mindanao vor. Die Regierung in Manila soll die Kontrolle über Verteidigung und Sicherheit sowie über die Außen- und Geldpolitik behalten.

Halbautonome Regionen im muslimischen Süden

Der philippinische Präsident Benigno Aquino sagte in einer Rede in Manila: "Dieses Rahmenabkommen bereitet den Weg für einen endgültigen, dauerhaften Frieden in Mindanao". Die MILF strebt Aquino zufolge heute keinen eigenen Staat mehr an.

Das Abkommen, dem zahlreiche Verhandlungsrunden voran gingen, wird Aquino zufolge Anfang kommender Woche unterzeichnet. Anschließend muss die Bevölkerung noch in einer Volksabstimmung zustimmen.

Die MILF begrüßte das mit der Regierung erzielte Abkommen. "Wir sind sehr zufrieden", sagte der Vize-Chef für politische Angelegenheiten bei der Rebellenorganisation, Ghazali Jaafar, der Nachrichtenagentur AFP am Telefon.

Mehr als 100.000 Tote und der Entführungsfall Wallert

In Mindanao kämpfte die MILF mit anderen Rebellengruppen seit den 70er Jahren für einen autonomen Süden der Philippinen. Während der Rest der Philippinen mehrheitlich katholisch ist, ist die Bevölkerungsmehrheit dort muslimisch. Seit 1978 starben in dem Konflikt über 100.000 Menschen.

Ob nun im Süden der Philippinen tatsächlich Frieden einkehrt, ist allerdings nicht sicher. Weiterhin kämpfen dort Separatisten, die sich zum Teil von der MILF abgespalten haben, für einen autonomen, muslimisch geprägten Staat.

Ein spektakulärer Entführungsfall im Jahr 2000 sorgte für weltweite Aufmerksamkeit für den Konflikt. Die Rebellengruppe Abu Sayyaf brachte 22 Touristen in ihre Gewalt, darunter auch die Göttinger Familie Wallert, um Lösegeld in Millionenhöhe zu erpressen.

Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:

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Letzte Änderung: 08.10.2012 15:21 Uhr

 

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