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AKTUELL VOM 12.10.2012
Ein F-16-Jet im Einsatz (Archivbild) (Bild: picture alliance / dpa / EPA / Pantelis Saitas) Ein F-16-Jet im Einsatz (Archivbild) (Bild: picture alliance / dpa / EPA / Pantelis Saitas)

Türkei rüstet an Grenze zu Syrien auf

Kampfflugzeug drängt syrischen Hubschrauber ab

Die Spannungen zwischen Syrien und der Türkei lassen nicht nach: Die Regierung in Ankara hat weitere Kampfjets und Panzer an die Grenze entsandt. Ein NATO-Waffenexperte soll bei der Untersuchung der beschlagnahmten Fracht eines syrischen Flugzeugs helfen.

Die türkische Luftwaffe soll 15 Kampfjets aus anderen Landesteilen ins südostanatolische Diyarbakir entsandt haben, berichtet die türkische Tageszeitung "Hürriyet". Die Zahl der Panzer wurde um noch einmal 60 auf jetzt 250 erhöht. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge soll es außerdem zu einem weiteren Zusammenstoß an der türkisch-syrischen Grenze gekommen sein. Ein syrischer Hubschrauber habe sich demnach der Grenze genähert, um die von Rebellen kontrollierte syrische Stadt Asmarin zu bombardieren. Daraufhin habe ein türkisches Kampfflugzeug den Hubschrauber abgedrängt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte vor einer "Eskalationsspirale, an deren Ende dann ein Flächenbrand steht". Auf dem Rückweg von seiner dreitägigen China-Reise wolle er einen Zwischenstopp in der Türkei einlegen, um Ankara Deutschlands Unterstützung zuzusichern. "Es ist nicht akzeptabel, dass Waffen an das syrische Regime geliefert werden", betonte Westerwelle in Peking. Er wolle sich von seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu aus erster Hand die Hintergründe des Zwischenfalls schildern lassen. Auch der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi wird dort erwartet.

Moskau reagiert verärgert

Unterdessen hat die Türkei einen NATO-Waffenexperten hinzugezogen, um die Fracht des am Mittwoch abgefangenen syrischen Passagierflugzeugs zu untersuchen. Wie die Zeitung "Takvim" unter Berufung auf das Außenministerium berichtete, soll geprüft werden, ob unter den beschlagnahmten Materialien Teile sind, die zu Raketensprengköpfen montiert werden können.

Die Türkei und Russland streiten um den Inhalt der zwölf beschlagnahmten Kisten. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan spricht von "militärischen Gütern", das Wort Waffen nimmt er aber nicht in den Mund. Eine russische Zeitung hingegen meldete, das Passagierflugzeug habe Teile eines Frühwarnsystems an Bord gehabt. Die Ladung sei für die Reisenden ungefährlich gewesen, sagte ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter der russischen Rüstungsbranche der Zeitung "Kommersant".

Der Zwischenfall ist deshalb brisant, weil das Flugzeug auf dem Weg von Moskau nach Damaskus war. Russland reagierte verärgert: Kremlchef Wladimir Putin sagte eine für Montag geplante Reise in die Türkei ab.

Damaskus: Erdogan "lügt"

Die erzwungene Landung hat die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Syrien und der Türkei verschärft. Damaskus dementierte die türkischen Angaben und bezichtigte Erdogan der Lüge. "Der türkische Ministerpräsident führt seine Reihe lügenhafter Erklärungen fort, die darauf abzielen, das feindselige Verhalten seiner Regierung gegenüber Syrien zu rechtfertigen", erklärte das syrische Außenministerium.

Syriens Verkehrsminister Mahmud Said warf der Türkei "Luftpiraterie" vor. Was die Türkei getan habe, widerspreche allen Regeln und Bestimmungen der zivilen Luftfahrt, sagte Said dem libanesischen Fernsehsender Al-Manar.


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Letzte Änderung: 15.10.2012 14:27 Uhr

 

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