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AKTUELL VOM 13.10.2012
Bundesfinanzminister Schäuble und IWF-Chefin Lagarde in Tokio (Bild: picture alliance / dpa / Quelle: Maxppp) Bundesfinanzminister Schäuble und IWF-Chefin Lagarde in Tokio (Bild: picture alliance / dpa / Quelle: Maxppp)

IWF mahnt zu entschlossenem Vorgehen gegen die Finanzkrise

Schäuble betont Einigkeit mit Lagarde

Finanzminister aus der ganzen Welt haben zu raschem Handeln gegen die Wirtschaftskrise aufgerufen. Industrie- und Schwellenländer müssten ihren Teil dazu beitragen, erklärten die Minister zum Ende der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Tokio.

"Wir müssen entschieden handeln, um die Negativspirale zu brechen und nachhaltiges Wachstum in Gang zu bringen", heißt es in der Abschlusserklärung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Mitgliedsstaaten hätten zwar zahlreiche Schritte angekündigt, jedoch lasse die Umsetzung zu wünschen übrig. So müssten zum Beispiel die Industriestaaten ihre Haushaltskonsolidierung vorantreiben. Den Ländern der Eurozone attestierte der IWF gute Fortschritte, die jedoch noch nicht ausreichten: "Wir hoffen darauf, dass es bald eine stärkere Fiskalunion gibt, um die Währungsunion widerstandsfähiger zu machen."

Die Mitglieder des Währungsfonds ermutigten die Schwellenländer, eigene politische Akzente zu setzen, um die Folgen der Finanzkrise abzufedern. Den Ländern des Arabischen Frühlings sicherte der IWF seine Unterstützung bei Reformen zu. Bei der gemeinsamen Konferenz mit der Weltbank war Unmut über den Einfluss der europäischen Schuldenkrise und der angespannten US-Haushaltspolitik auf die Weltwirtschaft laut geworden.

Zustimmung aus den USA zu europäischem Krisenmanagement

US-Finanzminister Geithner lobte die Anstrengungen der Europäischen Union im Kampf gegen die Krise. Den betroffenen Ländern sei mit stärkeren Schutzschirmen mehr Zeit für die Umsetzung schwieriger Reformen verschafft worden, sagte Geithner. Die Fortschritte der Europäischen Zentralbank und der Regierungen in Europa bei der finanziellen und haushaltspolitischen Integration hätten einen vielversprechenden Rahmen für einen besseren Krisenschutz geschaffen. Vor allem der Fahrplan zur europäischen Bankenunion habe dabei eine wichtige Bedeutung.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble trat dem Vorwurf entgegen, Deutschland blockiere auf vielen Feldern Fortschritte in der Krisenbewältigung. "Deutschland ist nicht das Land der Nein-Sager", sagte er. Das zentrale Ergebnis des Treffens sei die Einsicht gewesen, "dass insbesondere für die Industriestaaten die Nachhaltigkeit der Wachstumsentwicklung wichtiger ist als die kurzfristige Manipulation". Das erfordere Finanzstabilität.

Deutschland betont Einigkeit mit IWF

Zu Berichten über Meinungsverschiedenheiten mit IWF-Chefin Christine Lagarde über den Zusammenhang von Wachstum und Schuldenabbau merkte Schäuble an, er stimme mit der Französin völlig überein, dass "auf mittlere Sicht die Rückführung der zu hohen Verschuldung völlig unvermeidlich, zwingend notwendig" sei.

Christine Lagarde hatte in ihrer Eröffnungsrede (Video) die Worte des japanischen Premierministers zitiert: "Die große Herausforderung für uns alle ist es, stabiles Wirtschaftswachstum herbeizuführen und die Kluft zwischen arm und reich zu verringern." Nach einer kurzen rhetorischen Pause ergänzte sie: "Das sind allerdings nicht die Worte von Premier Noda, das waren die Worte von Hayato Ikeda, anlässlich der IWF-Tagung in Tokio im Jahr 1964." Es sei bemerkenswert, welche Aktualität diese Aussage im Jahr 2012 noch immer habe.


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Letzte Änderung: 15.10.2012 14:27 Uhr

 

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