Der Medienkonzern Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson haben die Fusion ihrer Buchverlage bekannt gegeben. Mit dieser Fusion würde der weltweit größte Buchverlag entstehen.
Bertelsmann soll 53 Prozent der Anteile am gemeinsamen Verlag halten, Pearson 47 Prozent, wie der Vorstandvorsitzende von Bertelsmann Thomas Rabe heute in Gütersloh bekanntgab. In dem neuen Unternehmen sollen die Verlage von Random House und Penguin ihre Identität bewahren und ihre Bücher auch in Zukunft autonom publizieren können, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Mit dem Zusammenschluss könnten die Bücher der Verlage weltweit noch effektiver verlegt werden, und das sowohl in traditionellen wie in digitalen Formaten.
Die beiden Verlage gehen davon aus, den Zusammenschluss in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres 2013 abschließen zu können, sofern es keine Einwände der Kartellbehörden gebe.
Durch die Fusion der Buchverlage Penguin Books und Random House würde das Unternehmen fast 25 Prozent des amerikanischen Buchmarktes kontrollieren, berichtete die "New York Times". Das neue Verlagshaus hätte dann Erfolgsautoren wie Dan Brown, John Grisham oder Patricia Cornwell unter Vertrag.
Nach Einschätzung des Wiener Buchmarkt-Experten Rüdiger Wischenbart entstünde die mit Abstand größte Publikumsverlagsgruppe der Welt. "Dass so etwas passieren würde, zeichnet sich seit einiger Zeit ab", sagte Wischenbart im Deutschlandradio Kultur. Im Buchmarkt sei ein umfassender Umbruch zu beobachten. Der neue Buchgigant werde mit "Volldampf in Richtung E-Book" und ins digitale Geschäft steuern, prophezeit der Experte. Auch mit einer stärkeren Integration auf der internationalen Ebene sei zu rechnen. Vorteil für Penguin und Random House sei, dass sie das Lizenzgeschäft für Übersetzungen stärker unter einem Dach behalten könnten. Für die anderen Verlage bedeute dies, dass sie in einer Liga mitbieten müssten, "die für sie außer Reichweite" liege.
Random House und Penguin zählen zu den sechs größten Verlagsgruppen der Welt, die Belletristik und Sachbücher verlegen. Nach Angaben des Mutterkonzerns Bertelsmann sei Random House "mit mehr als 11.000 Neuerscheinungen und 500 Millionen verkauften Büchern im Jahr die größte Buchverlagsgruppe der Welt."
Die Penguin Gruppe würde zu Random House und Bertelsmann passen, da sich die Briten auch in Weltregionen eine gute Position erarbeitet haben, in denen Bertelsmann besonders wachsen möchte. Neben Nordamerika geht es dabei auch um Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien. Der Traditionsverlag mit dem Pinguin als Emblem ist vor allem für seine preiswerten Klassiker-Taschenbücher bekannt.
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Letzte Änderung: 31.10.2012 13:03 Uhr
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