Zum Inhalt
Zur Deutschlandfunk-Startseite
Zur Deutschlandradio Kultur-Startseite
Zur DRadio-Wissen-Startseite
 
nach oben
AKTUELL VOM 25.11.2012
Raus aus Spanien? Kataloniens Ministerpräsident Artur Mas (Bild: picture alliance / dpa / Toni Albir) Raus aus Spanien? Kataloniens Ministerpräsident Artur Mas (Bild: picture alliance / dpa / Toni Albir)

Offenbar Sieg für Kataloniens Nationalisten

Umfragen: Mehrheit der Bürger will Unabhängigkeit von Spanien

Bei der Wahl des Regionalparlaments in Katalonien zeichnet sich laut ersten Prognosen ein Sieg des regierenden nationalliberalen Parteienblocks CiU von Ministerpräsident Artur Mas ab. Er forderte vor der Wahl eine Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens.

Nach Angaben des regionalen Fernsehens erhielt die CiU die meisten Stimmen. Sie verfehlte aber die angestrebte absolute Mehrheit und musste deutliche Verluste im Vergleich zur Wahl vor zwei Jahren hinnehmen. Zweitstärkste Partei wurde bei der Parlamentswahl die Republikanische Linke, die ebenfalls für ein eigenständiges Katalonien eintritt.

Unklar ist, ob die von Ministerpräsident Artur Mas angestrebte Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit der wirtschaftlich starken Region Spaniens stattfindet. Der Regierungschef hatte einen Wahlsieg zur Bedingung für das Referendum gemacht. In der autonomen Region waren heute 5,4 Millionen Wähler aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen.

Mas hatte im September die Wahl um zwei Jahre vorgezogen. In Umfragen sprechen sich über 50 Prozent der Katalanen für eine Trennung ihrer Region von Spanien aus, in den vorigen Jahren waren es gerade einmal gut 30 Prozent gewesen.

In Madrid ist die Regierung alarmiert - und will eine Trennung der Region von Spanien mit allen Mitteln verhindern. "Niemand wird Katalonien von Spanien und der EU abtrennen", betonte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy. "Diese Wahl ist noch wichtiger als die spanische Parlamentswahl vor einem Jahr." 28 Prozent der spanischen Exporte kommen aus der Katalonien.

Katalonien fühlt sich von Madrid vernachlässigt

Die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien ist in den letzten Jahren immer stärker geworden. Bereits 600 Dörfer haben sich der Initiative angeschlossen. Sie fühlen sich von Regierung in Madrid vernachlässigt. Die Region ist trotz ihrer hoch entwickelten Wirtschaft stark verschuldet. Die Regionalregierung führt dies darauf zurück, dass ein großer Teil der eingenommenen Steuern nicht nach Katalonien zurückfließt, sondern an ärmere Regionen in Südspanien verteilt wird.

"Die Unabhängigkeit ist für uns der einzig mögliche Weg aus der Krise," sagt etwa Salvador Balliu von den katalanischen Nationalisten, Bürgermeister in Caldes de Malavella in der Provinz Girona.

Unabhängigkeitsbestrebung Kataloniens kein Einzelfall

Für Katalonien wäre die Unabhängigkeit ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Ein unabhängiges Katalonien würde nicht mehr der EU und der Euro-Zone angehören, sondern müsste erst wieder die Aufnahme beantragen, hatte EU-Justizkommissarin Viviane Reding in einem Brief klargemacht. Damit unterstützt die EU-Kommission die Haltung der Madrider Zentralregierung.

Katalonien ist mit seiner Forderung nach Unabhängigkeit vom Zentralstaat aber keinesfalls alleine in Europa. Galizien, das Baskenland, Flandern oder auch Süd-Tirol: Viele Regionen denken mal leise, mal laut über ihre Unabhängigkeit nach - oder wollen sie gleich ausrufen, wie etwa vielleicht die Schotten 2014.


Mehr zum Thema:

Katalanische Kampfansage - Wahlkampf in der spanischen Provinz
Der deutsche Föderalismus als Vorbild für die katalanische Zukunft - Bundesstaat als Alternative zur Unabhängigkeit
50:50 zwischen Befürwortern und Gegnern einer Unabhängigkeit Kataloniens - FAZ-Korrespondent nennt kulturelle, aber auch wirtschaftliche Gründe
Fiskalpakt für Katalonien - Autonome Region setzt die Regierung in Madrid unter Druck


Letzte Änderung: 26.11.2012 08:21 Uhr

 

JETZT IM RADIO

Deutschlandfunk

Seit 10:00 Uhr
Nachrichten
Nächste Sendung: 10:10 Uhr
Länderzeit

mehr

Deutschlandradio Kultur

Seit 10:00 Uhr
Nachrichten
Nächste Sendung: 10:07 Uhr
Feuilletonpressegespräch

mehr

DRadio Wissen

Seit 10:02 Uhr
Agenda
Nächste Sendung: 10:15 Uhr
Wissensnachrichten

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandfunk

Deutschlandradio Kultur

DRadio Wissen

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Jüdische Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg

Sendezeit: 22.05.2013, 09:53

Timbuktu: Sehnsucht nach Normalität

Sendezeit: 22.05.2013, 09:45

Kulturtipps (Mittwoch, 22.05.2013 - 9.40 Uhr)

Sendezeit: 22.05.2013, 09:41

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link