Möglicherweise bald im Mali-Einsatz: Ein Transportflugzeug der Royal Air Force vom Typ Boeing C-17A (Bild: picture alliance / dpa / Cray Photo)
Neben Frankreich unterstützen nun auch Großbritannien und mehrere afrikanische Staaten die malische Armee im Kampf gegen islamistische Rebellen. Frankreich rüstet sich gegen Vergeltungsschläge von Terroristen. Deutschland bleibt weiter zögerlich.
Premierminister Cameron hat Frankreich Logistik-Unterstützung im Mali-Einsatz versprochen (Bild: picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)
Großbritannien hatte gestern angekündigt, den französischen Militäreinsatz gegen Islamisten in Mali zu unterstützen. Premierminister David Cameron bot Frankreichs Präsident François Hollande in einem Telefonat die Entsendung zweier großer Transportflugzeuge an. Dabei habe er aber deutlich gemacht, dass britische Soldaten nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen werden, sagte ein Regierungssprecher.
Frankreich und Großbritannien seien sich einig, dass der Einsatz dringend Unterstützung durch die Nachbarländer Malis benötigt, hieß es. Die Lage in Mali stelle eine echte Gefahr für die internationale Sicherheit dar. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte, es gehe darum, "einen Terrorstaat vor den Augen Frankreichs und Europas" zu verhindern.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle schließt einen Kampfeinsatz deutscher Soldaten weiterhin aus. Der FDP-Politiker trat auch Spekulationen über logistische Hilfe für die französische Intervention entgegen.
Deutschland unterstütze die Aufstellung einer afrikanischen Eingreiftruppe zwar politisch, erklärte er, fügte aber hinzu: "Weitere konkrete Zusagen stehen derzeit nicht im Raum und können allenfalls dann geprüft werden, wenn die Eckdaten einer afrikanischen Mission stehen und die Einbettung in einen politischen Prozess geklärt ist".
Der Verband Westafrikanischer Staaten ECOWAS hat einen Einsatz bereits beschlossen und dafür auch die Billigung seitens der UNO erhalten. Erste Truppen der Mitgliedsländer werden derzeit in Mali erwartet. Niger, Burkina Faso, Togo und der Senegal haben jeweils rund 500 Soldaten zugesagt, Benin weitere 300. Sie sollen an der Seite der malischen Armee und der französischen Truppen gegen die Islamisten kämpfen, die vom Norden des Landes aus operieren.
Frankreich unterstützt die malischen Regierungstruppen seit vergangenem Freitag mit Kampfflugzeugen. Erklärtes Ziel der ebenfalls
von der UNO abgesegneten Unterstützungsmission ist es, den Vormarsch der Islamisten zu stoppen. Gestern starben bei Kämpfen um die Stadt Konna, die im Zentrum Malis liegt, rund hundert Menschen. Die Rebellen schossen einen französischen Hubschrauber ab, der Pilot starb. An den gut dreistündigen Gefechten waren nach malischen Regierungsangaben auch senegalesische und nigerianische Einheiten beteiligt.
Als Reaktion auf den Militäreinsatz nehmen die malischen Extremisten nun Frankreich ins Visier. Sie drohten mit Anschlägen auf französische Einrichtungen im In- und Ausland. In Internetforen behaupten sie, Schläferzellen in nahezu allen Westafrikanischen Hauptstädten zu haben. Frankreich erhöhte daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen. Präsident Hollande sagte, Regierungsgebäude und öffentliche Verkehrsmittel in Frankreich würden strenger überwacht.
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Beiträge 2012-10-13 UN-Sicherheitsrat genehmigt Militäreinsatz in Mali -
Kampf gegen Islamisten im Norden des Landes *
Letzte Änderung: 15.01.2013 19:42 Uhr
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