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AKTUELL VOM 19.01.2013
Das westafrikanische Bündnis ECOWAS will in Mali eingreifen (Bild: picture alliance / dpa / Michael Kappeler) Das westafrikanische Bündnis ECOWAS will in Mali eingreifen (Bild: picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Sondergipfel zur Lage in Mali

Frankreich will auf unbestimmte Zeit in Mali bleiben

Die Staats- und Regierungschefs der Regionalgemeinschaft ECOWAS sind zu einem Krisengipfel zusammengekommen. Dort wird verhandelt, wie die malischen und französischen Soldaten im Kampf gegen die Islamisten unterstützt werden können. Die französischen Soldaten sollen erst einmal in Mali bleiben, erklärte Frankreichs Präsident Hollande.

An dem Treffen in Abidjan in der Elfenbeinküste nimmt auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius teil. Seit einer Woche sind Franzosen an der Seite der malischen Armee gegen die Rebellen im Einsatz, die den Norden Malis besetzt halten.

Die französischen Soldaten sollen nach Aussage von Präsident François Hollande so lange in Mali bleiben, wie es nötig sei, um dort den Terrorismus zu besiegen. Frankreich komme einem befreundeten Land zu Hilfe, unterstrich Hollande in der französischen Stadt Tulle. Es gehe nicht darum, ein Territorium zu erobern, den französischen Einfluß zu vergrößern oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen, versicherte Hollande.

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS will ihre Unterstützungsmission für Mali schneller als zunächst vorgesehen an den Start bringen. Bis zum kommenden Samstag sollen 2000 Soldaten bereit sein. Langfristig soll die Truppe 5800 Soldaten umfassen. Die meisten Kämpfer sollen aus Nigeria und dem Tschad kommen. Zum Auftakt der Beratungen rief Gastgeber Alassane Ouattara, der Präsident der Elfenbeinküste, zu einer "umfangreicheren internationalen Mobilisierung" auf.

Fortschritt für Malis Armee

Am Freitag eroberten malische Einheiten die strategisch wichtige Stadt Kona von den Islamisten zurück. Ihre Erstürmung durch die selbsternannten radikalen Gotteskrieger hatte vor einer Woche Frankreichs Eingreifen provoziert.

Im Umland von Kona und in weiteren zentralmalischen Orten wird weiter gekämpft. Offizielle Angaben über Tote und Verletzte gibt es nicht. Auch über die Lage in der Stadt Diabali herrscht Unklarheit. Nach französischen Luftangriffen gab es einzelne Berichte, die Islamisten seien aus Diabali vertrieben.

Bundeswehr startet logistische Hilfe

Eine erste Transall-Maschine der Bundeswehr ist inzwischen in Mali eingetroffen. Sie landete auf dem Flughafen der Hauptstadt Bamako, wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte. Auch das zweite deutsche Flugzeug soll noch dort eintreffen. Die Transall-Maschinen sollen in den kommenden Wochen Soldaten aus anderen westafrikanischen Staaten nach Mali bringen.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sich unzufrieden mit der Unterstützung gezeigt, die die Bundesrepublik bisher für den französischen Einsatz in Mali leistet. Auf die Frage, ob die Entsendung von zwei Transportflugzeugen ausreiche, antwortete der CDU-Politiker: "Sicher nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendjemand das für den deutschen Beitrag hält."

Im Gespräch mit der "Saarbrücker Zeitung" sagte Lammert, er verstehe die Flugzeug-Bereitstellung "eher als ein erstes demonstratives Signal, dass wir uns nicht ähnlich wie im Fall Libyen positionieren". In Libyen hatte sich Deutschland nicht am Einsatz gegen den Diktator Muammar al-Gaddafi beteiligt und sich im UNO-Sicherheitsrat der Stimme enthalten.

Reisewarnungen für Mali

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Mali. Auf seiner Internetseite teilt das Ministerium mit, alle Deutschen, deren Aufenthalt nicht unbedingt erforderlich sei, sollten das Land verlassen.

In der Hauptstadt Bamako, mehrere Hundert Kilometer von den Frontlinien entfernt, scheint derweil nicht allzu viel von den Kämpfen spürbar zu sein. Der deutsche Schauspieler und Schriftsteller Christof Wackernagel schilderte im Deutschlandfunk, die Stimmung in der Stadt sei ruhig. "Auch die malische Bevölkerung trägt das alles mit einer Ruhe und Gelassenheit, die nur bewundernswert ist."

Lesen Sie dazu auch auf dradio.de:

"Es ist ein typischer asymmetrischer Krieg" - Sicherheitsexperte über die Kämpfe in Mali


Letzte Änderung: 21.01.2013 12:45 Uhr

 

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