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AKTUELL VOM 12.02.2013
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (Bild: picture alliance / dpa / Kcna) Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (Bild: picture alliance / dpa / Kcna)

Nordkorea vermeldet Atomtest

In New York will der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen

Nordkorea hat seine Drohung wahr gemacht und einen dritten Atomtest unternommen. Dem Land drohen jetzt nach dem weltweit verurteilten Raketenstart im Dezember schwerwiegende Konsequenzen.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen "erfolgreichen" Atomtest unternommen. Der Test sei unterirdisch erfolgt, berichtet am Dienstag die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. "Der Atomtest wurde als Teil von Maßnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität vollzogen." Diese würden vor allem von den USA bedroht, hieß es bei KCNA.

UN-Generalsekretär verurteilt nordkoreanischen Atomtest

In New York erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der Test sei eine klare und schwerwiegende Verletzung bestehender UN-Resolutionen. Es sei bedauerlich, dass Nordkorea die internationalen Appelle ignoriert habe, derartige provokative Akte zu unterlassen. Auch die USA, Großbritannien und Russland haben den nordkoreanischen Atomtest entschieden verurteilt.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) spricht sich für eine "klare Antwort" der internationalen Gemeinschaft aus. Dazu sollten auch weitere Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang ins Auge gefasst werden, erklärte Westerwelle in Berlin. Der mittlerweile dritte Atomwaffentest sei ein eklatanter Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

US-Präsident verlangt "glaubwürdige" internationale Reaktion

Auf den vorgenommenen Test müsse es "rasch" eine "glaubwürdige" internationale Reaktion geben, forderte auch US-Präsident Barack Obama in einer in Washington verbreiteten Erklärung. Nordkorea werde "durch solche Provokationen nicht sicherer". Obama warnte die Führung in Pjöngjang. Anstelle des erklärten Ziels, eine "starke und wohlhabende Nation" zu werden, habe sich Nordkorea "zunehmend isoliert" und seine Bevölkerung "verarmt", indem es nach Massenvernichtungs-waffen strebe, fügte Obama hinzu. Die Regierung in Washington werde "die erforderlichen Schritte" unternehmen, um die USA und ihre Verbündeten zu verteidigen.

Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums bestätigte in Seoul, dass im Nordosten Nordkoreas Erdstöße registriert worden seien, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen. Sowohl Südkorea als auch die japanische Regierung beriefen den Nationalen Sicherheitsrat ein. In New York will der UN-Sicherheitsrat im Laufe des Tages ebenfalls zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

"Mit dem Test will Nordkorea demonstrieren, dass es seinem Ziel näher gekommen ist einen atomaren Sprengsatz bauen zu können, der auf einer Rakete montiert werden kann", berichtet unser Korrespondent Martin Fritz aus Tokio im Deutschlandfunk. Diese Rakete könne Hawaii und Kalifornien erreichen und wäre damit eine direkte Bedrohung für die USA.

Explosion hatte Sprengkraft von bis zu sieben Kilotonnen

Der Atomtest in der Region des nordkoreanischen Testgeländes Punggye Ri dürfte eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Nach südkoreanischen Angaben erreichte das "künstliche" Beben in Nordkorea um etwa 12.00 Uhr Ortszeit (4.00 MEZ) eine Stärke von 4,9. Auch die US-Erdbebenwarte berichtete von einem solchen Beben.

Nordkorea hatte bereits 2006 und 2009 Atomtests vorgenommen, die jeweils UN-Sanktionen nach sich zogen. Nachdem Pjöngjang im Dezember vergangenen Jahres eine Langstreckenrakete testete, verhängte der UN-Sicherheitsrat im Januar neue Sanktionen gegen das kommunistische Land. Offenbar in Reaktion darauf kündigte Nordkorea kurz darauf einen neuen Atomwaffentest an, ohne jedoch ein Datum zu nennen.


Letzte Änderung: 13.02.2013 22:40 Uhr

 

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