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AKTUELL VOM 13.02.2013
Altes Radiogerät (Bild: picture alliance / dpa /Jens Kalaene) Altes Radiogerät (Bild: picture alliance / dpa /Jens Kalaene)

UNESCO feiert "Welttag des Radios"

Ehrentag für ein kleines Stück Technik

Kein Medium erreicht ein größeres Publikum als das Radio - trotz Internet. Dabei ist Radio mehr als Begleitung zum Zähneputzen. In vielen Ländern der Welt stellt es den einzigen Zugang zu Informationen dar. Selbst in der Katastrophenhilfe kommt es zum Einsatz.

Die Zahl aus dem Weltbildungsbericht der UNESCO ist beeindruckend: Mindestens 75 Prozent aller Haushalte in Entwicklungsländern haben Zugang zu einem Radiogerät. In Westafrika beispielsweise ist Radio das "Massenmedium Nummer Eins", wie der Berliner Medienethnologe Tilo Grätz in Deutschlandradio Kultur meint. Der Wissenschaftler forscht über die Bedeutung von Radio in westafrikanischen Staaten.

" Einerseits sind Geräte relativ preiswert. Fürs Radiohören braucht man keinen Strom, das geht mit Batterien, und vor allem: Man muss keine Lese- und Schreibfähigkeit haben, die man vielleicht fürs Zeitung lesen braucht."

Grätz meint, in einigen Staaten, zum Beispiel in Sierra Leone, hätten Radiosender sogar zur nationalen Integration und Versöhnung beigetragen.


Prominente Unterstützung

"Die simple Idee, mit Hilfe einer kostengünstigen Technologie wie dem Radio, den Menschen in Afrika eine Stimme zu geben, ist unglaublich mächtig und effektiv." Colin Greenwood, Bassist der britischen Rockband Radiohead, besitzt eine tiefe Leidenschaft für das Radio - und er engagiert sich für das Projekt Children's Radio Foundation. Er ist einer von elf Prominenten, die den Weltradiotag mit einer persönlichen Botschaft unterstützen. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erzählt in einer Videobotschaft seine ganz eigene Radiogeschichte:

"Ich wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einem Dorf, kurz nach Ende des Koreakriegs auf. Wir hatten nicht viel, kein Telefon, kein Fernsehen. Aber wir hatten etwas, dass uns mit der Welt verband. Wir hatten ein Radio."





Zahllose Menschen ohne Zugang zu Radio

Bei aller Freude über die Bedeutung des Radios: Immer noch haben laut der UNESCO bis zu einer Milliarde Menschen bislang keine Möglichkeit, Radio zu hören - auch darauf soll der heutige Tag aufmerksam machen.

Mit dem heutigen Datum erinnert die UNESCO außerdem an die Gründung des "United Nations Radio" am 13. Februar 1946. Dort wird mehrsprachiges Hörfunkprogramm zum Thema UNO produziert und kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die UNESCO ruft weltweit dazu auf, sich zu beteiligen: Auf der offiziellen Internetseite nennt die UNESCO 15 Ideen den "World Radio Day" zu feiern. Ein Vorschlag: "Nimm eine eigene Botschaft auf und veröffentliche sie auf www.wrd13.com".

Wenn Sie das Programm des Deutschlandradios gerne mitnehmen wollen, empfehlen wir Ihnen unsere Podcast-Seite.

Zur Geschichte des Radios: Kalenderblatt - Vor 75 Jahren starb der italienische Funkpionier Guglielmo Marconi


Letzte Änderung: 22.02.2013 11:14 Uhr

 

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