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AKTUELL VOM 15.02.2013
Streikfreies Wochenende an den Flüghäfen (Bild: dpa / Angelika Warmuth) Streikfreies Wochenende an den Flüghäfen (Bild: dpa / Angelika Warmuth)

Flugreisende können aufatmen

Streiks werden am Wochenende ausgesetzt

Flugausfälle, stundenlanges Warten, gestresste Passagiere: Der Arbeitskampf der Sicherheitskräfte an Flughäfen in Hamburg und Nordrhein-Westfalen hat heute erneut massive Probleme im Luftverkehr verursacht. Am Wochenende soll es aber keine Arbeitsniederlegungen geben.

Seit dem frühen Morgen streikte das Kontrollpersonal an den Airports Hamburg und Köln-Bonn, um in den festgefahrenen Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Hauptleidtragende des Konflikts waren die Passagiere: So wurden allein in Hamburg bis Freitagmittag 115 der für den Tag geplanten 179 Abflüge sowie 32 der 179 Ankünfte gestrichen. Die durch die Streiks entstandenen Kosten für den Flughafen lägen im "hohen sechsstelligen Bereich", erklärte eine Flughafen-Sprecherin.

Am Flughafen Köln-Bonn wurde die Hälfte der geplanten knapp 200 Flüge gestrichen. Davon betroffen seien rund 10.000 Fluggäste, hieß es. Weil die Gewerkschaft ver.di den Streik diesmal angekündigt hatte, konnten die meisten Fluggesellschaften ihre Passagiere rechtzeitig informieren. Im Tagesverlauf seien nur zwei von zwölf Kontrollspuren geöffnet gewesen. Am Wochenende soll nicht gestreikt werden. Der Ausstand der Sicherheitskräfte werde ausgesetzt, um Gespräche zu ermöglichen, teilte die Gewerkschaft ver.di mit.

Luftfahrtbranche nennt Streik "völlig unverhältnismäßig"

Auf wenig Verständnis stieß der Arbeitskampf in der Branche. In einer gemeinsamen Erklärung geißelten der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), die Lufthansa, Air Berlin sowie die Flughäfen Köln-Bonn und Hamburg den Ausstand als "völlig unverhältnismäßig". Von mehr als 42.000 Angestellten des Sicherheitsgewerbes in NRW und Hamburg arbeiteten weniger als 1.600 an den Flughäfen, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. "Und dennoch werden diese Flughäfen und ihre Passagiere zum Kampfplatz der Tarifparteien gemacht."

Die Gewerkschaft dagegen gab dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BSDW) die Schuld. Die ver.di-Verhandlungsführerin in Nordrhein-Westfalen, Andrea Becker, sagte im Deutschlandfunk, bislang hätten die Arbeitgeber keine Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Sie schloss nicht aus, dass auch Beschäftigte in anderen Bereichen in den Streik treten. Auch der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, warb um Verständnis. "Die Fluggäste täten gut daran, diesen Arbeitskampf nicht als Belastung, sondern als Hilferuf zu verstehen", sagte er der "Schwäbischen Zeitung". Es liege auch in ihrem Interesse, dass Beschäftigte, die für ihre Sicherheit zuständig seien, anständig bezahlt würden. Zu Wochenbeginn seien aber neue Aktionen geplant.

Behinderungen in Düsseldorf und Hamburg

Bereits gestern mussten Tausende Passagiere auf Flüge verzichten. In Düsseldorf wurden wegen der Arbeitsniederlegungen 122 Abflüge und 61 Ankünfte annulliert. In Hamburg fiel fast die Hälfte der 179 Verbindungen aus. Schon im Januar hatten Ausstände für massive Behinderungen mit langen Warteschlangen und zahlreichen Flugausfällen gesorgt - allein in Hamburg blieben 12.000 Passagiere am Boden.

In Nordrhein-Westfalen geht es nach Angaben der Gewerkschaft darum, die 34.000 Beschäftigten der privaten Sicherheitsbranche "aus dem Niedriglohnsektor zu befreien". Für den Einsatz am Flughafen soll der Stundenlohn auf 16 Euro steigen. Die Arbeitgeber bieten höchstens 13,50 Euro an. In Hamburg sollen für einen sogenannten Luftsicherheitsassistenten 14,50 Euro pro Stunde gezahlt werden. Nach dem Willen des BSDW sollen es nicht mehr als 12,75 Euro sein.


Letzte Änderung: 22.02.2013 11:14 Uhr

 

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