Schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone haben den Anlegern an den Aktienmärkten die Laune verdorben. Die Volkswirtschaften in Deutschland und Italien waren im vierten Quartal 2012 stärker geschrumpft als Analysten erwartet hatten.
Insgesamt ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Euro-Zone um 0,6 Prozent zurück. Dies teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Experten hatten ein Minus von 0,4 Prozent prognostiziert. Dies belastete vor allem den Euro, der rund einen US-Cent auf 1,3330 Dollar abrutschte. Der Dax fiel um ein Prozent auf 7640 Punkte.
Ökonomen weisen allerdings darauf hin, dass die Abweichung zur alten Prognose kein Anlass für Panik sei, beispielsweise Stefan Schneider, Volkswirt der Deutschen Bank: "Ein, zwei Zehntel bei Quartalsprognosen - das ist eigentlich Rauschen und sollte nicht überinterpretiert werden."
Wichtiger Wachstumsmotor ist weiterhin der Export. Hier ein Schiff im Hafen von Nordenham. (Bild: picture alliance / dpa / Ingo Wagner)
Sinkende Exporte und Investitionen hatten auch die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal mit minus 0,6 Prozent so stark schrumpfen lassen wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise nicht mehr, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.
In den ersten drei Quartalen 2012 war die deutsche Wirtschaft noch gewachsen. "Ausschlaggebend für den Rückgang der Wirtschaftsleistung zum Jahresende 2012 der vergleichsweise schwache Außenhandel", heißt es in der Mitteilung des Statistischen Bundesamts. Das BIP sei im Schlussquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen. Der Einbruch war der stärkste seit Anfang 2009. Insgesamt bleibt die Bilanz des Jahres 2012 positiv. Die Statistiker bestätigten einen Anstieg von 0,7 Prozent.
Doch der Abwärtstrend wird sich nach Einschätzungen von Analysten in diesem Jahr in Deutschland nicht fortsetzen. "Im ersten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft wieder merklich wachsen", prognostizierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht ebenfalls davon aus, dass die Konjunktur bereits im ersten Quartal 2013 wieder anzieht. "Die Industrie hat das Tief durchschritten und ist gut in das Jahr gestartet", sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Die Exporte hätten sich stabilisiert, die Auftragseingänge, auch aus dem krisengeschüttelten Euroraum, seien wieder gestiegen.
Das Bundeswirtschaftsministerium hatte sich Anfang der Woche in seinem monatlichen Bericht zur wirtschaftlichen Lage ähnlich zuversichtlich gezeigt. "Die Perspektiven hellen sich allmählich auf. Die Frühindikatoren deuten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin." Dennoch reduzierte die Bundesregierung ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,0 auf 0,4 Prozent.
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Letzte Änderung: 23.02.2013 14:06 Uhr
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