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AKTUELL VOM 14.02.2013
EU und USA wollen über eine Freihandelszone verhandeln (Bild: picture alliance / dpa /Jürgen Effner) EU und USA wollen über eine Freihandelszone verhandeln (Bild: picture alliance / dpa /Jürgen Effner)

Zollfrei über den großen Teich

Die geplante Freihandelszone zwischen den USA und der EU

Die Idee ist nicht neu: Bereits seit den 90er-Jahren diskutieren Europa und die USA über ein Freihandelsabkommen. Mit seinem Bekenntnis für eine transatlantische Freihandelszone hat US-Präsident Barack Obama nun Bewegung in die Angelegenheit gebracht.

In seiner Rede an die Lage der Nation in der Nacht zum Mittwoch kündigte Obama eine "umfassende Handels- und Investitionspartnerschaft" mit der EU an. Die Spitzen der EU reagierten euphorisch auf den Vorstoß. Der Präsident der EU-Kommission, Manuel Barroso, erwartet von einem Abkommen einen "enormen Schub für unsere beiden Volkswirtschaften".


(Quelle: EU; entsprechend Copyright-Bedingungen der EU-Kommission)

Große Hoffnungen

Die Auswirkungen, die von einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU erwartet werden, lesen sich beeindruckend: Ein solcher Wirtschaftsraum würde rund 800 Millionen Menschen umfassen. Die Wirtschaftsleistung der EU könnte nach Meinung von Experten um 0,5 Prozent steigen, die Ersparnisse durch das Wegfallen von Zöllen werden auf 130 Milliarden geschätzt - bei vergleichsweise geringen Kosten.

Gegengewicht zu Asien

Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum könnte den beiden kriselnden Wirtschaften EU und USA auf die Beine helfen - und er würde ein deutliches Gegengewicht zu aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien schaffen. Der Fraktionschef der SPD im Bundestag und frühere Außenminister, Frank-Walter Steinmeier, begrüßte das Vorhaben daher. In einer Rede in Washington sagte er, eine zu starke Konzentration auf den asiatischen Raum würde der USA schaden. Experten befürchten dagegen, ein transatlantisches Handelsbündnis könnte dazu führen, dass man in anderen Regionen massiv an Einfluss, etwa an China verliert.

Mehr als nur eine Zollunion

Aus volkswirtschaftlicher Sicht scheint relativ wenig gegen das Vorhaben zu sprechen. Inzwischen wurde ein rascher Beginn der Verhandlungen angekündigt, EU-Kommissionspräsident Barroso nannte als möglichen Beginn Ende Juni. Doch die Verhandlungen dürften kompliziert werden - der Teufel liegt im Detail. Ein Freihandelsabkommen bedeutet nicht nur, die Handelswege zu vereinfachen. Dazu gehört auch, gemeinsame Standards zu vereinbaren, zum Beispiel in der Automobilindustrie, aber auch in Umweltfragen.

Ska Keller - Grüne Abgeordnete im EU-Parlament (Bild: picture alliance / dpa /Bernd Settnik)

Ska Keller - Grüne Abgeordnete im EU-Parlament (Bild: picture alliance / dpa /Bernd Settnik)

Skeptische Stimmen kommen von den Grünen. In der "Frankfurter Rundschau" prophezeite die EU-Parlamentarierin Ska Keller (Grüne): "Der Hype wird schnell abflachen, wenn es um Details geht."
Der Grund: Die USA erhofften sich von dem Abkommen neue Absatzmärkte für ihre landwirtschaftlichen Produkte, die seien aber oft gentechnisch verändert. "Die Verbraucher in Europa wollen keine Gentechnik in ihrem Essen", meint Keller.

Bis ein Freihandelsabkommen verhandelt ist, könnte es also noch dauern. EU-Handelskommissar Karel de Gucht rechnet mit einem Abschluss bis 2015.

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Letzte Änderung: 23.02.2013 14:06 Uhr

 

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