Gewerkschaften drohen mit Warnstreiks im öffentlichen Dienst, (Bild: picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Die Gewerkschaften drohen nach den ergebnislos abgebrochenen Tarifverhandlungen der Länder für den öffentlichen Dienst mit Warnstreiks. Verdi verlangt 6,5 Prozent mehr Geld. Angestellte Lehrer könnten schon ab Montag nicht mehr unterrichten.
Die zweite Runde der Tarifverhandlungen endete für die rund 800 000 Angestellten der Länder am Donnerstagabend ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber legten erneut kein Angebot vor. Die Gewerkschaften kritisierten das scharf. Sie wollen nun Druck aufbauen für die weiteren Gespräche im März.
"Die Arbeitgeber haben keine Bereitschaft erkennen lassen, in der zweiten Runde ein Angebot vorzulegen. Das ist nicht akzeptabel", sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske am Donnerstagabend in Potsdam. Es werde nun mit der Vorbereitung von Warnstreiks in den einzelnen Bundesländern begonnen: "Die Arbeitgeber können sich darauf verlassen, dass die Kolleginnen und Kollegen des öffentlichen Dienstes in den nächsten Tagen deutlich machen, dass sie sich nicht von der Tarifentwicklung anderer Bereiche abkoppeln lassen."
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kündigte bundesweite Warnstreiks in den Schulen an. "Die Arbeitgeber zeigen keine Bewegung und spielen auf Zeit. Diese Zeit haben wir aber nicht mehr: Seit 2006 soll die Bezahlung der Lehrkräfte per Tarifvertrag geregelt werden", sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad. Warnstreiks seien bei den Lehrern bereits ab Montag möglich. Denkbar sind auch Arbeitsniederlegungen von Straßenwärtern, Verwaltungsangestellten oder Mitarbeitern an Universitätskliniken.
Zunächst soll es über die Republik verteilt punktuelle Aktionen geben - konzentrierte Warnstreiks dann kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde, die für den 7. und 8. März angesetzt ist. "Ich setze darauf, dass dann mehr passiert als heute", sagte Bsirske.
Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten unter anderem 6,5 Prozent mehr Geld und ein festes Gehaltsplus für die Auszubildenden. Außerdem wollen sie erreichen, dass für die rund 200 000 angestellten Lehrer per Tarifvertrag geregelt wird, in welche Gehaltsklasse sie eingruppiert werden. Bislang bestehen hier von Land zu Land große Unterschiede.
Letzte Änderung: 23.02.2013 14:06 Uhr
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