Tausende Demonstranten protestierten gegen den Sparkurs der Regierung (Bild: picture alliance / dpa / Anhaeuser/Menelaos Michalatos)
Gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung unter Ministerpräsident Antonis Samaras haben heute zehntausende Menschen protestiert. Die Gewerkschaft spricht von einem Generalstreik. Viele Geschäfte und Gaststätten blieben jedoch geöffnet, die U-Bahn fuhr weitestgehend nach Plan.
In Athen und Thessaloniki gingen mindestens 50.000 Menschen auf die Straße, Gewerkschaften schätzten die Zahl der Demonstranten auf rund 80.000. Die zwei größten Verbände des Landes sowie eine kommunistische Gewerkschaft hatten zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen. Vor allem Angestellte im öffentlichen Dienst beteiligten sich, sie fürchten um ihre Arbeitsplätze. Gegenüber den internationalen Geldgebern hatte sich die griechische Regierung auf die Streichung von 25.000 Stellen in diesem Jahr geeinigt.
Zu Behinderungen kam es vor allem im Schiffsverkehr, die zivile Luftfahrt war ebenfalls betroffen. Auch Ärzte und Lehrer legten die Arbeit nieder.
Auf Transparenten forderten radikale Protestler "Umsturz jetzt." Es gab vereinzelte Zwischenfälle: Vermummte attackierten Polizeibeamte mit Steinen, teilweise auch mit brennenden Flaschen. Die Polizei setzte zeitweise Tränengas ein. Insgesamt blieb es aber weitgehend friedlich.
Der Vorsitzende des Linksbündnisses Syriza Alexis Tsipras (Bild: picture alliance / dpa / Anhaeuser/Fotis Vrotsis)
Auch der Chef der linken Syriza-Partei, Alexis Tsipras, war zugegen. Gegenüber Reportern sagte er: "Diese katastrophale Politik muss jetzt beendet werden." Staatspräsident Karolos Papoulias prophezeite am Vorabend eine "soziale Explosion", sollte es nicht bald neue Arbeitsplätze geben.
Griechenlands Wirtschaft wird nach Schätzungen des Finanzministeriums auch in diesem Jahr weiter schrumpfen - das siebte Jahr in Folge. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 27 Prozent, unter Jugendlichen sogar bei 60 Prozent. Das Land kann sich derzeit nur mit Hilfe internationaler Geldgeber finanzieren. Dafür musste sich Griechenland zu umfassenden Sparprogrammen verpflichten.
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Letzte Änderung: 22.02.2013 11:14 Uhr
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