Datenklau und Cyberwar: EU und USA wollen sich gegen Spionage rüsten (Bild: picture alliance / dpa - Jana Pape)
Handelsbeschränkungen, erhöhter diplomatischer Druck: Die USA wollen mit harten Bandagen gegen Hackerangriffe und Industriespionage kämpfen. Auch in Europa wird das Thema diskutiert. Die CSU fordert eine Meldepflicht bei Hackerangriffen auf Unternehmen.
Einem Regierungsbericht des Weißen Hauses zufolge wollen die USA bei konventionellen Formen der Industriespionage und bei Hackerangriffen den diplomatischen Druck auf diejenigen Länder erhöhen, von denen die Angriffe ausgehen. Auch soll es Handelsbeschränkungen gegen ausländische Produkte geben, bei denen Industriespionage im Spiel ist. Zudem werde geprüft, ob strengere Gesetze notwendig seien.
Präsident Barack Obama betont seit längerem die Bedeutung des Kampfs gegen Cyberattacken vor allem von chinesischen Hackern, die Daten von US-Firmen ausspähen. In dem Bericht wird zwar kein Land als Hauptschuldiger ausgemacht, jedoch beziehen sich die meisten Beispiele auf China - es wird in dem Bericht 188 Mal genannt, Russland 45 Mal. Auch Indien wird erwähnt. "Die Regierung wird mit Nachdruck den Diebstahl amerikanischer Industriegeheimnisse bekämpfen, die durch ausländische Firmen oder Regierungen genutzt werden könnten, um unfaire Wettbewerbsvorteile über US-Unternehmen zu erhalten", sagte Victoria Espinel, die Koordinatorin des Kampfs gegen Cyberangriffe, in Washington.
Nach einer Welle spektakulärer Hacker-Attacken hatten US-Sicherheitsexperten am Dienstag Vorwürfe gegen chinesische Behörden verschärft. Für viele aufsehenerregende Angriffe der vergangenen Jahre sei eine in Shanghai angesiedelte Spezialabteilung der chinesischen Armee verantwortlich, heißt es in einem Bericht der Sicherheitsfirma Mandiant. Sie half zuletzt unter anderem der "New York Times", ihr Netzwerk nach Hackerangriffen wieder sicher zu machen.
Für eine Meldepflicht bei Spionage-Angriffen: Monika Hohlmeier, Europaabgeordnete (CSU) (Bild: picture alliance / dpa / Karlheinz Schindler)
Auch in Europa sind verschärfte Maßnahmen gegen Internetspionage in der Diskussion. Die Europaabgeordnete Monika Hohlmeier sprach sich für eine Meldepflicht bei Hackerangriffen auf Unternehmen aus. Die CSU-Politikerin sagte im Deutschlandfunk, die Täter dürften nicht straffrei ausgehen. Hintergrund sind Pläne der EU-Kommission für eine solche Meldepflicht, die bei der deutschen Industrie auf scharfe Kritik stoßen. Die Unternehmen fürchten einen hohen Verwaltungsaufwand. Hohlmeier sagte, es gebe zahlreiche Angriffe aus China, aber auch aus Ländern wie Russland und der Ukraine. Zudem seien innerhalb Europas Fälle von Wirtschaftsspionage bekannt geworden.
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Letzte Änderung: 23.02.2013 14:06 Uhr
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