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AKTUELL VOM 23.02.2013
Den Europäischen Filmpreis hat Michael Haneke für seinen Film "Liebe" bereits erhalten  (Bild: dpa / picture alliance / Darrin Zammit Lupi / Pool) Den Europäischen Filmpreis hat Michael Haneke für seinen Film "Liebe" bereits erhalten (Bild: dpa / picture alliance / Darrin Zammit Lupi / Pool)

Deutschsprachige mischen bei den Oscar-Verleihungen kräftig mit

Mehrere Produktionen mit österreichischer und deutscher Beteiligung gehen ins Rennen

Auch in diesem Jahr können deutschsprachige Künstler und Produzenten in mehreren Kategorien auf die vergoldete Trophäe hoffen. Außerdem kommen die Umschläge, aus denen die Namen der Oscar-Gewinner vorgelesen werden, aus Bayern.

Zuletzt holte Florian Henckel von Donnersmarck 2007 mit seinem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" den sogenannten Auslands-Oscar nach Deutschland - also den für den besten fremdsprachigen Film. 2003 schaffte das Caroline Link mit "Nirgendwo in Afrika". 2010 holte der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz den Oscar als bester Nebendarsteller in "Inglourious Basterds". Dieses Jahr stehen die Chancen für eine Auszeichnung deutschsprachige Künstler auch nicht schlecht.

Produktionen mit deutschprachiger Beteiligung:

Liebe

Das Altersdrama "Liebe" des in München geborenen Österreichers Michael Haneke (70) ist für fünf Oscars nominiert, darunter in der Top-Sparte "Bester Film". Dort werden ihm allerdings allenfalls Außenseiterchancen eingeräumt. Der Film mit den französischen Altstars Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant ist auch als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert, außerdem für Hanekes Regie, fürs Drehbuch und für die Hauptdarstellerinnen-Trophäe. "Liebe" ist eine deutsch-österreichisch-französische Koproduktion, die für Österreich ins Rennen um den Auslands-Oscar zieht.

Auch wenn "Liebe" in Los Angeles nicht abräumen sollte, Freitagabend gab es für das sowieso schon zahlreich ausgeszeichnete Werk (u.a. Goldene Palme und Golden Globe) bereits eine gewisse Entschädigung: Bei der César-Verleihung in Paris sahnte das Drama die fünf wichtigsten Trophäen ab. Es gab Preise für den besten Film, die beste Regie, die beste Schauspielerin, den besten Schauspieler und das beste Originaldrehbuch.


Christoph Waltz in "Django Unchained"

Der 56-Jährige ist für seine Nebenrolle als Kopfgeldjäger in Quentin Tarantinos Sklaven-Western nominiert.


Töte zuerst - Der israelische Geheimdienst ("The Gatekeepers")

Die NDR-Koproduktion über den Inlandsgeheimdienst Israels ist in der Sparte "Beste Dokumentation" nominiert. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem israelischen Fernsehen IBA und ARTE France. In ihr kommen alle sechs noch lebenden ehemaligen Chefs des Schin Bet zu Wort und berichten unter anderem über gezielte Tötungen von Palästinenserführern und über Bombenabwürfe auf Gaza.


Open Heart

Die deutsch-amerikanische Koproduktion ist in der Kategorie "Bester Dokumentar-Kurzfilm" nominiert. "Open Heart" schildert die Geschichte von acht herzkranken Kindern in Ruanda, die ihre Familien verlassen, um sich in einem Krankenhaus im Sudan einer riskanten Operation zu unterziehen.


Die Königin und der Leibarzt

"Die Königin und der Leibarzt", eine Koproduktion Dänemarks, Deutschlands, Tschechiens und Schwedens, zieht für Dänemark ebenfalls in den Wettbewerb um den Auslands-Oscar. Regisseur und Drehbuchautor Nikolaj Arcel erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte aus dem späten 18. Jahrhundert über das Liebesdreieck zwischen der dänischen Königin Caroline Mathilde, Gattin des geistig verwirrten Königs Christian VII., und dem deutschen Arzt und Aufklärer Johann F. Struensee. Der Film wurde auf der Berlinale 2012 mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet.


Kon-Tiki

Auch "Kon-Tiki" geht ins Rennen um den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film. Offiziell kommt der Beitrag aus Norwegen, eine deutsche Produktionsfirma ist allerdings beteiligt. Erzählt wird die Geschichte des berühmten Norwegers Thor Heyerdahl, der 1947 mit seiner kleinen Mannschaft auf einem einfachen Floß Tausende Kilometer über den Pazifik segelte. Der Film kommt am 21. März in die deutschen Kinos.


Das Papier kommt aus Bayern

Das wohl meistbeäugte Stück Papier der Welt an diesem Sonntag kommt aus einem kleinen Ort am oberbayerischen Tegernsee. In 24 goldenen Kuverts aus der Büttenpapierfabrik Gmund stecken die Karten mit den Namen der Oscar-Gewinner.

Die seit 1829 in Familienbesitz befindliche Firma beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Sie ist auf edle Papiere und Kartons spezialisiert. Der Jahresumsatz liegt im zweistelligen Euro-Millionenbereich. Im Betrieb steht die älteste noch produzierende Papiermaschine Europas aus dem Jahr 1883. Die Fabrik lieferte schon 2012 die goldenen Kuverts für die Oscar-Verleihung.


Letzte Änderung: 25.02.2013 10:42 Uhr

 

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