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AKTUELL VOM 03.03.2013
Ein Nashorn im Pilanesberg-Nationalpark (Bild: picture alliance / dpa / Marcus Brandt) Ein Nashorn im Pilanesberg-Nationalpark (Bild: picture alliance / dpa / Marcus Brandt)

Das gold-werte Horn aus Afrika

Beratungen über Artenschutzabkommen gestartet

Über 40.000 Euro lassen sich mit einem toten Nashorn verdienen - pro Kilogramm des Rhino-Horns. Auch Elfenbein, Schlangenhäute oder Haifischflossen sind begehrte "Handelsprodukte". In Bangkok treffen sich seit heute die 177 Staaten des Washingtoner Artenschutzabkommens und diskutieren Schutzmaßnahmen.

Naturschutz und Geschäftsinteressen prallen oft hart aufeinander. Zwei Wochen lang werden die Vertragsstaaten des CITES-Abkommens in Bangkok über verschärfte oder auch liberalere Standards streiten. Naturschützer haben im Vorfeld beispielsweise auf die Wilderei im südlichen Afrika hingewiesen. Im vergangenen Jahr zählten sie 668 getötete Nashörner alleine in Südafrika. Noch 2007 hatte es bloß 13 solcher Fälle gegeben.

Die Nachfrage nach dem Nashorn-Horn hat stetig zugelegt. Vor allem in Südostasien wird der Substanz heilende Wirkung zugeschrieben, es gilt als Medizin, als Potenzmittel. So kommen die Kilopreise im fünfstelligen Eurobereich zustande, sie bewegen sich teilweise schon auf dem Niveau von Gold. Beteuerungen von Naturschützern, es handele sich schließlich beim Nashorn um nichts anderes als zusammengeklebte Haare, konnten den Boom bisher nicht stoppen.

Nicht nur die Natur ist Opfer

Auch Elfenbein oder Körperteile von Tigern treiben die Wilderei und den oft illegalen Handel an. Das Bundesumweltministerium (BMU) vergleicht die Artenschutzkriminalität mittlerweile mit dem Drogenhandel. Kriminelle, bewaffnete Banden würden auch die Sicherheitslage vieler Regionen destabilisieren, schreibt das BMU: "Somit ist neben der Natur auch die lokale Bevölkerung zu den Opfern zu rechnen. Der effektive Vollzug des Washingtoner Artenschutzabkommens stellt einen Schlüssel zur Bewältigung dieser Probleme dar."

Der frühere Umweltminister Klaus Töpfer nannte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk den Artenschutz einen "Beitrag auch zum Überleben der Menschheit". Töpfer, der heute dem Potsdamer Forschungsinstitut für Klimawandel vorsteht, sagte: "Die natürliche Evolution hat es natürlich immer gegeben, wird es auch weiter geben. Aber der Verlust ist mindestens hundertmal schneller, als die Evolution wieder Neues entstehen lassen kann."

Deutschland und die Europäische Union sind unter anderem mit einer Initiative zum Schutz des Heringshais zur Konferenz nach Bangkok gereist. Das Bundesumweltministerium bezeichnet ihn wegen der Überfischung als eine "stark gefährdete Haiart". Sein Fleisch, das ebenfalls hohe Preise erzielt, soll deshalb nur verkauft werden, wenn es aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammt. Hier wird aber mit Widerstand aus Japan und anderen Fischereiländern gerechnet.

Das Washingtoner Artenschutzabkommen reguliert, kontrolliert und begrenzt den weltweiten Handel mit geschützten Pflanzen, Tieren und Produkten. Es umfasst rund 5.000 Tier- und weitere 29.000 Pflanzenarten.


Letzte Änderung: 09.03.2013 07:58 Uhr

 

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