Machtwechsel in Kärnten, absolute ÖVP-Mehrheit in Niederösterreich (Bild: picture alliance / dpa / Daniel Karmann)
Bei zwei Landtagswahlen in Österreich ist ein Regierungchef abgestraft, eine anderer im Amt bestätigt worden. Die Freiheitlichen, vom 2008 verstorbenen Jörg Haider gegründet, verlieren stark in Kärnten. Dagegen kann in Niederösterreich die konservative ÖVP weiterregieren.
Die große Zeit der rechtsgerichtete Freiheitlichen Partei (FPK) in Kärnten scheint vorbei. Die Partei, die in Österreichs südlichstem Bundesland bisher stärkste Kraft war und mit Gerhard Dörfler den Regierungschef stellte, hat im Vergleich zu 2009 weit über die Hälfte ihres Stimmanteils verloren. Nach dem vorläufigen Endergebnis liegt die FPK bei 17,1 Prozent (-27,8). Neue Nummer Eins in Kärnten ist die sozialdemokratische SPÖ mit 37,1 Prozent (+ 8,4). Ihr Spitzenkandidat Peter Kaiser wird vermutlich neuer Landeshauptmann.
"Ich bin glücklich, das Wahlziel ist in allen Belangen erreicht worden", sagte Kaiser in einer ersten Reaktion. Die SPÖ dürfte eine Zusammenarbeit mit der konservativen ÖVP (14,2) und den Grünen (11,8) anstreben. Mit der FPK werde es dagegen keine Kooperation geben, hatte Kaiser schon im Wahlkampf gesagt. Nicht an der Regierungsbildung beteiligt sein dürften der 80-jährige Milliardär Frank Stronach mit seinem "Team Stronach", das erstmals antrat und 11,3 Prozent holte, sowie das Bündnis Zukunft Österreich (6,5), eine Abspaltung von den Freiheitlichen.
Dagegen konnte der konservative Landeshauptmann Erwin Pröll in Niederösterreich seine absolute Mehrheit verteidigen. Der seit rund zwei Jahrzehnten regierende Agrarökonom holte mit seiner ÖVP nach einer Hochrechnung des ORF rund 51 Prozent. Die ÖVP verlor gleichwohl im Vergleich zum vorigen Parlament rund 3,5 Prozentpunkte. Die sozialdemokratische SPÖ kam auf knapp 22 Prozent, die rechte FPÖ auf rund 8 Prozent. Die Grünen holten ebenfalls rund 8 Prozent. Das "Team Stronach" wurde mit fast 10 Prozent drittstärkste Kraft.
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Letzte Änderung: 09.03.2013 07:58 Uhr
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