Die größte Industrieschau der Welt hat sich nicht weniger vorgenommen als eine neue industrielle Revolution. In Hannover wird diese Woche vorgeführt, wie automatisierte Abläufe in Fabriken noch geschmeidiger gestaltet werden können.
Das Produkt soll selbst "mitdenken", so die Botschaft hinter dem Schlagwort Industrie 4.0. Mit Hilfe von Strichcodes, RFID-Chips und anderen Datenspeichern kann ein Werkstück mit der Maschine, über die es transportiert wird, kommunizieren. Die automatische Weitergabe von Informationen ist immer kostengünstiger geworden, deshalb kann etwa ein Roboter erkennen, ob er auf das vorbeirollende Metall einen Schriftzug gravieren soll, ob in die Verpackung eine deutschsprachige Anleitung gepackt werden muss oder eine auf Französisch.
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz stellt auf der Hannover-Messe eine smarte Produktionsstraße aus. Frühere Versuche, die Abläufe in Fabriken individueller und automatischer zu verzahnen, waren meist daran gescheitert, dass die nötigen Datensysteme, wie die Funktechnik, zu teuer waren. Nun sind die Maschinen mit dem Internet verbunden, können mehr Köpfchen zeigen, und die Industrie im sogenannten Hochlohnland Deutschland setzt große Hoffnung in die Methode.
Man stehe durch das derzeitige Zusammenwachsen von Informationstechnik, Datenverarbeitung und industrieller Fertigung vor einem neuen Innovationssprung, der mit der Entwicklung der Dampfmaschine zu vergleichen sei, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Messe-Eröffnung. "Ich sehe in dieser Entwicklung eine Riesenchance für Deutschland als klassisches Industrieland, als Maschinenbauland." Die neue Entwicklungsweise von Produkten, die von Maschinen mitgestaltet werde, verändere die Abläufe in der Industrie dramatisch. Am Ende soll vor allem ein Ziel stehen: Sparsamer Dinge herstellen.
Homepage der Hannover-Messe
Letzte Änderung: 11.04.2013 13:05 Uhr
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