Die Stimmung auf Klimakonferenzen ist nicht so ungetrübt (Bild: picture alliance / dpa / Arno Burgi)
Nicht mehr auf dem namensgebenden rheinischen Petersberg, sondern in Berlin findet der jährliche Klimadialog inzwischen statt. Kanzlerin Angela Merkel hat dort jetzt ein Weltklimaabkommen gefordert. Ihr Zeitplan gilt vielen als ambitioniert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, bis 2015 einen für alle Staaten verbindlichen Vertrag zur Reduzierung der Treibhausgase abzuschließen. "Warten ist keine Option", sagte Merkel beim Petersberger Klimadialog in Berlin. Selbst wenn alle Industrieländer ab morgen kein Kohlendioxid mehr ausstoßen würden, sei eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad nicht mehr zu erreichen.
"Nichtstun bedeutet nicht, dass nichts passiert, sondern Nichtstun bedeutet, dass es uns insgesamt viel, viel teurer kommt", sagte Merkel. Allerdings sieht die Bundeskanzlerin noch einen weiten Weg bis zum Abschluss eines neuen internationalen Klimaschutzabkommens: "Ich mache mir keine Illusionen, wie viel Arbeit da noch vor uns liegt."
In ihrer Grundsatzrede ging Merkel auch auf den Streit über eine Reform des Emissionshandels ein. Wenn wie beim Emissionshandel ein marktwirtschaftliches Instrument entwickelt werde, bei dem die Wirtschaftswachstumsraten "wesentlich" seien, "dann kann die Frage, ob man das noch mal revidieren kann, kein Tabu sein". Das Vorhaben, die Verschmutzungsrechte zu verknappen und dadurch ihre Preise zu stabilisieren, war Mitte April vorerst am Widerstand des Europaparlaments gescheitert.
Die Preise für die Verschmutzungszertifikate sind zuletzt unter anderem wegen der Wirtschaftskrise massiv gefallen. Derzeit zahlen Unternehmen nur rund drei Euro für eine Tonne ausgestoßenes Kohlendioxid (CO2). Die Papiere werden von den EU-Staaten vergeben und berechtigen Kraftwerke und Fabriken dazu, Treibhausgase auszustoßen. Die ökonomische Idee dahinter ist, dass umweltfreundliche Emittenten ihre Zertifikate verkaufen können und daraus einen finanziellen Vorteil ziehen - der wiederum für ökologische Investitionen genutzt werden kann. Damit es insgesamt weniger CO2 gibt, soll die zulässige Höchstmenge von Jahr zu Jahr reduziert werden. Mit Preisen im Sinkflug entfällt aber der gewünschte Anreiz des Systems. Zuletzt sind auch in Deutschland die CO2-Emissionen wieder angestiegen.
Während in Deutschland vor allem Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gegen eine Reform des CO2-Handels ist, bremst auf internationaler Ebene unter anderem die polnische Regierung. Im Nachbarland wird nach Angaben des Weltkohleverbandes WCA über 90 Prozent der Elektrizität aus Kohle erzeugt (Deutschland: rund 44 Prozent).
Am Petersberger Klimadialog, der erstmals 2010 auf dem Petersberg bei Bonn stattfand, beteiligen sich in diesem Jahr Minister und andere Vertreter aus rund 35 Ländern, um den nächsten UN-Klimagipfel Ende des Jahres in Warschau vorzubereiten.
Letzte Änderung: 07.05.2013 08:19 Uhr
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