Bei Straßenschlachten zwischen radikalen Salafisten und Sicherheitskräften hat es in Tunesien einen Toten und mehrere Verletzte gegeben. Die Proteste richten sich gegen das Verbot eines Salafisten-Kongresses.
DieJahrestagung der salafistischen Bewegung Ansar al-Scharia sollte in der Stadt Kairuan rund 150 Kilometer südlich von Tunis stattfinden. Das Innenministerium hatte das Treffen aus Sicherheitsgründen verboten. Ansar al-Scharia wird für Angriffe auf die US-amerikanische Botschaft sowie auf verschiedene Fernsehsender und Kunstausstellungen verantwortlich gemacht. In den Augen der Salafisten präsentieren sie eine zu sehr westlich geprägte Gesellschaft.
Nachdem die Regierung die Tagung verboten hatte, rief Ansar al-Scharia für heute zu Protesten in einem salafistisch geprägten Stadtteil der Hauptsstadt Tunis auf. Diese arteten in Gewalt zwischen den Demonstranten und Sicherheitskräften aus. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TAP ist dabei ein Demonstrant getötet worden. Laut Innenministerium wurden mindestens elf Sicherheitskräfte und drei Demonstranten verletzt. Die Polizei hatte Warnschüsse abgegeben und Tränengas eingesetzt, nachdem die Demonstranten Barrikaden aus brennenden Reifen errichtet und Steine auf Sicherheitskräfte geworfen hatten.
Tunesiens Ministerpräsident Ali Larayedh gibt sich von den Protesten unbeeindruckt. Seine Regierung werde auch in Zukunft keine Kongresse von Ansar al-Scharia genehmigen. Die Gruppe werde künftig als illegale Organisation eingestuft, da sie Kontakte zu Terroristen habe. Ali Larayedh gehört der Ennahda-Partei an, die sich selbst als gemäßigt islamistisch bezeichnet. In den vergangenen Monaten hatte sich die Partei mehrfach von radikalen Islamisten distanziert.
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Letzte Änderung: 23.05.2013 16:49 Uhr
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