Zum Inhalt
Zur Deutschlandfunk-Startseite
Zur Deutschlandradio Kultur-Startseite
Zur DRadio-Wissen-Startseite
 
nach oben
AKTUELL VOM 22.05.2013
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem EU-Gipfel in Brüssel (Bild: picture alliance / dpa / Julien Warnand) Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem EU-Gipfel in Brüssel (Bild: picture alliance / dpa / Julien Warnand)

EU-Staaten wollen Steuerhinterziehung bekämpfen

Merkel spricht nach Gipfeltreffen von "Durchbruch"

In Brüssel haben sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf einen Fahrplan im Kampf gegen Steuerhinterziehung verständigt. Bis Ende des Jahres soll es konkrete Beschlüsse für einen automatischen Austausch von Steuerdaten geben und das Bankgeheimnis damit praktisch abgeschafft werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach nach dem Gipfeltreffen von einem "Durchbruch". Die EU habe ein klares Signal gegen Steuerhinterziehung und legale Formen der Steuervermeidung ausgesandt. Es sei eine völlig neue Situation, dass einige Mitgliedsländer jetzt bereit seien, dem vollen Datenaustausch zuzustimmen. Auch Österreich und Luxemburg hätten sich zu diesem Ziel bekannt. Dadurch könne man mit der Schweiz und anderen Nicht-EU-Ländern in Verhandlungen treten.

Der französische Präsident François Hollande sagte, es sei wichtig, alle Gesetzeslücken zu schließen, die Steuerhinterziehungen oder das Vermeiden von Steuerzahlungen möglich machten.

Ob das Thema Datenaustausch tatsächlich noch bis Ende 2013 angegangen wird, ist jedoch unsicher, berichtet Annette Riedel in Deutschlandradio Kultur.

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker hatte vor dem Gipfel noch betont, sein Land werde in den Datenaustausch nur einwilligen, wenn es eine entsprechende Vereinbarung mit Drittstaaten geben wird. Im Lichte dieser Gespräche wolle Luxemburg dann entscheiden, ob und wie es am geplanten automatischen Informationsaustausch für Bankdaten teilnehme. Neben Luxemburg zierte sich bis zuletzt auch Österreich, an der Übermittlung von Kontodaten teilzunehmen.

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Gerhard Schick, hatte diese zögerliche Haltung im Deutschlandfunk kritisiert. Es sei unerträglich, dass die beiden Länder Bedingungen stellten. Die Europäische Union sei eine Solidargemeinschaft, in der sich nicht einzelne Staaten gezielt für Steuersünder attraktiv machen dürften. Zudem könne die EU nur dann Druck auf andere Länder ausüben, wenn sie geschlossen agiere.

Im Deutschlandfunk verteidigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter, die Beschlüsse des Brüsseler EU-Gipfels gegen Kritik. Dass Deutschland, Österreich und Luxemburg sich grundsätzlich bereit erklärt hätten, beim Austausch von Steuerdaten mitzumachen, sei ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Steuerhinterziehung, erklärte der CDU-Politiker. "Die Kraft des Gipfels ist größer als die politischen Widerstände in den einzelnen Mitgliedsstaaten".

Schwieriger Kampf gegen die Steuerflucht

Den EU-Staaten entgehen jedes Jahr rund eine Billion Euro durch Steuerhinterziehung und Betrug, berichtet Alois Berger im Deutschlandfunk. Dies sei fast doppelt so viel wie das Haushaltsdefizit aller 27 Mitgliedsländer im vergangenen Jahr, kritisierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Die EU-Staaten müssten derzeit schwierige Entscheidungen zur Reduzierung ihrer Ausgaben treffen, gleichzeitig würden aber "riesige Summen", die in die öffentlichen Haushalte gehörten, nicht eingezogen.


Mehr zum Thema auf dradio.de:
Hintergrund Die EU und der Kampf gegen die Steuerflucht
Steuergewerkschaft: Großbritannien politisch auf Linie bringen Thomas Eigenthaler fordert hartes Vorgehen gegen Steuersünder


Letzte Änderung: 23.05.2013 14:55 Uhr

 

Links:

JETZT IM RADIO

Deutschlandfunk

Seit 23:05 Uhr
Das war der Tag
Nächste Sendung: 23:30 Uhr
Sportgespräch

mehr

Deutschlandradio Kultur

Seit 23:05 Uhr
Fazit
Nächste Sendung: 00:00 Uhr
Nachrichten

mehr

DRadio Wissen

Seit 20:05 Uhr
DRadio Wissen Lärm
Nächste Sendung: 00:00 Uhr
Nachrichten

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandfunk

Deutschlandradio Kultur

DRadio Wissen

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Emotionaler SPD-Konvent

Sendezeit: 16.06.2013, 23:16

Gewalt im Irak [k]

Sendezeit: 16.06.2013, 23:13

Mehr als nur Boulevard? Eine Bilanz der Privattheatertage in Hamburg

Sendezeit: 16.06.2013, 23:13

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link