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AKTUELL VOM 05.06.2013
In Istanbul haben erneut Tausende gegen die Regierung Erdogan protestiert. (Bild: picture alliance / dpa / Tolga Bozoglu) In Istanbul haben erneut Tausende gegen die Regierung Erdogan protestiert. (Bild: picture alliance / dpa / Tolga Bozoglu)

Türkische Demonstranten verlangen Rücktritte von Polizeichefs

Erneut Tausende auf dem Taksim-Platz

In der Türkei werden Forderungen nach einem Rücktritt jener Polizeichefs laut, die den Gewalteinsatz gegen Demonstranten angeordnet haben. Außerdem haben sich zwei große türkische Gewerkschaften mit den Protesten solidarisch erklärt und zu landesweiten Streiks aufgerufen.

Der Sprecher der Protestierenden, Eyüp Mumcu, verlangt nicht nur den Rücktritt von Polizeichefs, die in den Städten den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten angeordnet hatten, sondern auch die Freilassung aller verhafteten Teilnehmer der Kundgebungen. Auch sollten die Sicherheitskräfte keinerlei Tränengas mehr einsetzen.

In der Hauptstadt Ankara war der Aktivist am Mittwoch mit dem stellvertretenden türkischen Regierungschef Bülent Arinc zusammengekommen. Er übergab Arinç zusammen mit anderen Repräsentanten der Zivilgesellschaft eine Liste mit Forderungen der Demonstranten. Erdogans Stellvertreter hatte sich gestern bei den verletzten Demonstranten entschuldigt.

Zusätzlichen Zulauf verschaffte den Protesten der Aufruf zweier großer türkischer Gewerkschaften, die sich mit den Streiks und Demonstrationen solidarisch erklärten. In der Hauptstadt Ankara setzte die Polizei erneut Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Regierungsgegner auseinander zu treiben. Die Demonstranten waren dem Gewerkschaftsaufruf zu einer Kundgebung auf den Kizilay-Platz gefolgt.

Auch in Istanbul versammelten sich am Nachmittag erneut Tausende Menschen zu Demonstrationen gegen die Regierung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Demonstranten näherten sich nach Angaben von Korrespondenten dem Taksim-Platz, dem Zentrum des Protests, und schwenkten dabei rote und weiße Fahnen.

Twitterer festgesetzt

Nach Angaben des Senders CNN Türk soll die türkische Polizei in der Stadt Izmir 29 Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter aus ihren Wohnungen heraus verhaftet haben. Der Onlineausgabe der Zeitung "Zaman Today" ist zu entnehmen, in Ankara sei ein Iraner festgenommen worden. Er stehe in dem Verdacht, Proteste aufgestachelt zu haben.

Auch in der vergangenen Nacht hatten wieder Tausende Menschen gegen die türkische Regierung protestiert - die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Protestler versuchten, zu Büros von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan vorzustoßen.

Härte der Polizei in der Kritik

Seit Freitag dauern die Demonstrationen in Istanbul und auch anderen Städten in der Türkei an; es kam wiederholt zu Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Diese setzten mehrfach Wasserwerfer und Tränengas ein - ungeachtet internationaler Kritik. Keimzelle des Konflikts war die gewaltsame Auflösung einer Demonstration am letzten Freitag, die sich gegen den Bau eines Einkaufszentrums in Istanbul wandte.

Landesweit wurden während der Proteste nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet und mindestens 2000 verletzt.

Tweets zur Lage in Istanbul:





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"Eine interessante Koalition, die heute auf der Straße ist" - Der Schriftsteller Zafer Senocak über die Proteste in Istanbul und Ankara
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Letzte Änderung: 07.06.2013 08:11 Uhr

 

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