dradio.de

/aktuell/2136108/drucken/


AKTUELL VOM 08.06.2013
US-Präsident Obama empfängt Chinas Staatschef Xi (Bild: picture alliance / landov / LAN HONGGUANG) US-Präsident Obama empfängt Chinas Staatschef Xi (Bild: picture alliance / landov / LAN HONGGUANG)

"Historischer Startpunkt" zwischen USA und China

Präsidenten Obama und Xi versprechen bessere Zusammenarbeit

Es ist nur ein Kurzbesuch, aber beide Staatschefs versprechen sich trotzdem etwas von dem Treffen. US-Präsident Obama und sein chinesischer Kollege Xi Jinping betonten zum Auftakt der Gespräche, dass ihnen eine gute Zusammenarbeit beider Länder wichtig sei. Deshalb stehen auch problematische Themen auf der Tagesordnung.

Eigentlich kennen sich Obama und Xi schon, zumindest etwas. Als Xi noch Vizepräsident war, sind sie zum ersten Mal aufeinander getroffen. Im März ist der Chinese dann zum Staatspräsidenten gewählt worden und nun ist es also das erste Treffen der beiden auf amtlicher Augenhöhe.

Betont lockeres Treffen

Wie die "Los Angeles Times" berichtet, wirkte Xi nach der Ankunft in der kalifornischen Wüste eher amerikanisch als chinesisch. Beide Präsidenten waren bemüht, einen entspannten Eindruck des informellen Treffens zu vermitteln. Beide zeigten sich zwar im Anzug, aber ohne Krawatte. Offiziell heißt es, beide wollten sich besser kennenlernen. Xi sprach von einem "historischen Startpunkt" und einer "Blaupause" für die zukünftigen chinesisch-amerikanischen Beziehungen. Auch Obama wünscht sich eine persönliche Beziehung zum neuen mächtigen Mann in China. Er erhoffe sich kontinuierliche und offene Gespräche zwischen beiden Ländern. Xi sprach auch schon direkt eine Einladung an Obama aus, nach China zu kommen.

Zwischen den USA und China gibt es eine Reihe von Konflikten, die in den Gesprächen auf den Tisch kommen. Das sind zum Beispiel Hackerangriffe und Cyberspionage, die die USA den Chinesen vorwerfen, wie unser Korrespondent Marcus Pindur berichtet. Demnach versuchen chinesische Hacker gezielt Daten des US-Militärs und von anderen US-Firmen auszuspähen. Xi sprach in diesem Punkt von ungerechtfertigten Vorurteilen. Auch sein Land sei Opfer von Cyber-Angriffen. Obama nannte das Thema Cyberkriminalität "Neuland". China und die USA müssten gemeinsame Regeln dafür aufstellen, warb der Präsident. Vor allem mittelständischen Unternehmen in den USA machen Spionageangriffe aus China Sorgen. Die Firmen fordern eine klare Ansage von US-Präsident Obama gegenüber Xi. Bisher kam es laut "Washington Post""aber nicht zu einem offenen Schlagabtausch über das Thema.

Gleiche Spielregeln für alle


Auch im Wettbewerb der beiden größten Volkswirtschaften der Welt gibt es Verstimmungen. Obama plädierte dafür, dass sich alle Nationen an die gleichen Spielregeln halten müssten. Die Vereinigten Staaten werfen China vor, sich im Handel unfaire Vorteile zu verschaffen. Unter anderem gibt es Vorwürfe, dass die Regierung in Peking die eigene Währung, den Renminbi, unterbewertet. Auch aus der EU gibt es ähnliche Vorwürfe, wie zum Beispiel beim Streit um Subventionen in der Solarbranche.
Chinesische Medien gehen davon aus, dass auch Xi ähnliche Vorwürfe gegen die USA erheben wird. So würden chinesische Unternehmen auf dem US-Markt benachteiligt.

In der ersten Runde am Abend ging es vor allem um die internationale Sicherheit, wie etwa die Lage zwischen Nord- und Südkorea. In diesem Punkt hoffen die USA, besser mit China zusammenzuarbeiten. China gilt als enger Verbündeter Nordkoreas.
Heute endet Xis Besuch in den USA schon. Am Morgen (Ortszeit) sind weitere Gespräche zwischen den beiden Staatsoberhäuptern geplant.

Mehr Informationen zu dem Thema auf dradio.de:

Cyber-Sicherheit: USA und China vor Gesprächen - "Wir brauchen einige Normen und Regeln"

Handelskonflikt mit China - EU beschließt Strafzölle auf Solarmodule
Aufschlag von 47 Prozent soll Billig-Importe bremsen

Solarstreit mit China auf dem Rücken der französischen Winzer
- Peking will EU-Weine mit Strafzöllen belegen


Letzte Änderung: 10.06.2013 14:40 Uhr