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AKTUELL VOM 08.06.2013
Hochwasser: DLRG hilft in Magdeburg (Bild: picture alliance / dpa / Jens Büttner) Hochwasser: DLRG hilft in Magdeburg (Bild: picture alliance / dpa / Jens Büttner)

"Dramatisches Wochenende" in Magdeburg

Zehntausende müssen vor dem Hochwasser fliehen

Evakuierungen, Deichbrüche, Rettungsarbeiten - das Hochwasser macht vielen Menschen vor allem im Osten Deutschlands weiter zu schaffen. In Magdeburg rechnen die Behörden am Samstag mit dem Höhepunkt der Fluten. Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte, den Bürgern stehe ein "dramatisches Wochenende bevor."

Mittlerweile ist der Pegel in Magdeburg auf über 7,40 Meter gestiegen - so hoch, wie noch nie. Die Stadt geht davon aus, dass weitere Menschen in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt in Sicherheit gebracht werden müssen. In einigen Straßenzügen ist der Strom abgestellt worden. Oberbürgermeister Trümper gibt sich in einem offenen Brief zuversichtlich, dass der Hochwasserschutz ausreicht, aber sagte auch: "Wir müssen mit allem rechnen."

Evakuierungsanordnung für 14.000 Menschen

Im Süden von Magdeburg liefen nach Angaben unseres Korrespondenten Stephan Schulz heute Morgen Evakuierungen. Die Behörden befürchten dort Überschwemmungen, weil ein Deich auf einer Länge von bis zu 100 Metern brechen könnte. Etwa 14.000 Menschen müssen sich in Sicherheit bringen.

Weiter bedrohlich ist die Lage bei Bitterfeld. Dort arbeitet die Bundeswehr unter anderem daran, eine Lücke zwischen zwei Seen zu schließen. Mit Hubschraubern sollen Sandsäcke abgeworfen werden. Nach Einschätzung der Einsatzkräfte droht aber weiter ein größeres Leck zwischen dem Goitzschesee und dem Seelhausener See, was wiederum eine Flutwelle auslösen könnte. Dann würde auch die Stadt Bitterfeld überflutet.

In Halle ist mittlerweile der Katastrophenalarm wieder aufgehoben. Tausende Menschen, die Halle-Neustadt wegen des Hochwassers verlassen mussten, dürfen wieder zurück in ihre Häuser. Komplette Entwarnung gibt es für die größte Stadt Sachsen-Anhalts aber noch nicht. In einigen Bereichen drohen durchweichte Dämme noch zu brechen. Der Wasserstand der Saale sinkt aber weiter.

Sachsen: Mühlberg wird weiter geräumt

Im Nachbarbundesland Sachsen stehen ebenfalls viele Orte noch unter Wasser. Mittlerweile ist der Höhepunkt der Überschwemmungen zwar überstanden und auch aus Tschechien kommen gute Nachrichten: An der Grenze wurde ein schnellerer Rückgang des Wassers festgestellt als zuerst prognostiziert. Dennoch sind etwa 12.000 Menschen in Sachsen in Notunterkünften untergebracht und vielerorts gilt Katastrophenalarm. In Nordsachsen riefen die Behörden am Morgen weitere Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen, weil Deiche undicht waren.

In Dresden normalisierte sich die Lage etwas. Zwar sind noch 4900 Haushalte dort ohne Strom, bei 2100 konnte die Stadt ihn aber wieder anschalten. Die Feuerwehr warnte Hausbesitzer davor, nach der Rückkehr ihre Keller leerzupumpen. Die Statik der Gebäude könne gefährdet sein.

Weiter nördlich in Brandenburg gibt es ebenfalls weitere Evakuierungen, wie etwa in der Kleinstadt Mühlberg. Bis zum Mittag hatten mehr als drei Viertel der rund 4200 Einwohner der Stadt ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Der Landkreis hatte die Räumung gestern angeordnet. Die Einsatzkräfte sind rund um die Stadt im Einsatz, um die Dämme bei Mühlberg zu sichern. Zwar sinke die Elbe dort langsam wieder, aber die angespannte Lage werde noch mehrere Tage anhalten. Die betroffenen Landkreise in Brandenburg haben bisher etwa 1,5 Millionen Sandsäcke beim Katastrophenschutzlager bestellt, wie unser Korrespondent Axel Flemming berichtet.

Weitere Entspannung in Bayern

Aus den bayerischen Hochwassergebieten wird weitere Entspannung gemeldet. In Deggendorf beispielsweise dürfen die Menschen teilweise wieder zurück in ihre Häuser. Der Kreis hob die Evakuierungsanordnung auf. In einigen Stadtteilen Deggendorfs stehe aber weiter Wasser, so ein Sprecher des Landratsamtes.

Flutwelle in Niedersachsen größer als befürchtet

Das Hochwasser der Elbe wird die Bundesländer am unteren Lauf des Flusses voraussichtlich deutlich stärker bedrohen als bislang erwartet. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein warnten die Behörden am Samstag vor historischen Höchstständen im Lauf der kommenden Woche. "Die Wellen von Elbe und Saale haben sich vereinigt und kommen zusammen Richtung Norden", sagte Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), am Samstag.

Im Landkreis Lüchow-Dannenberg soll es morgen ernst werden. Die Einsatzkräfte sollen sich deshalb heute etwas ausruhen, nachdem sie in den vergangenen Tagen hunderttausende Sandsäcke gefüllt und verteilt haben.

Bundesweit stemmen sich 70.000 Feuerwehrleute und mehr als 11.300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen kamen seit Beginn des Hochwassers ums Leben. Mehrere werden vermisst.


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Letzte Änderung: 10.06.2013 14:40 Uhr

 

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