Eine Woche nach dem Polizeikessel bei der antikapitalistischen Blockupy-Demonstration haben Tausende Menschen gegen den Polizeieinsatz demonstriert. Sie fordern die Aufklärung des Einsatzes und den Rücktritt des hessischen Innenministers.
Die Demonstranten folgten am Samstag jener Route, auf der die Polizei eine Woche zuvor fast 1000 Menschen stundenlang eingekesselt hatte. In Reden und auf Plakaten warfen sie Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) und der Polizeiführung einen Angriff auf die Demonstrationsfreiheit vor.
Die Polizei sprach von etwa 6500 Teilnehmern, ein Sprecher der Occupy-Bewegung von 12 000. Zum Protest aufgerufen hatte die Bewegung sowie Gewerkschaften, Linkspartei, Grüne, Piratenpartei und die SPD.
Zwischenfälle gab es nicht. Die Polizei hielt sich im Hintergrund. Vor der Europäischen Zentralbank standen Bereitschaftspolizisten, die aber keine Helme trugen.
Für die Occupy-Bewegung sprach Protestorganisator Jan Umsonst von einem "starken Zeichen der Gewaltlosigkeit" der Demonstranten. Die Umstände des Kessels müsse ein Untersuchungsausschuss klären, forderte er. Auch die Fraktionschefin der Linken im Wiesbadener Landtag, Janine Wissler, sagte, im Zweifel müsse dieser Weg beschritten werden.
Blockupy-Vertreter hatten nach dem Polizeikessel von über 200 Verletzten berichtet. Frankfurter Medien beschrieben das Eingreifen der Polizei am 1. Juni ebenfalls als überhart und berichteten von Übergriffen gegen Journalisten. Innenminister Rhein hatte den Einsatz dagegen angemessen genannt. Bei dem Protestzug am Samstag riefen viele der Demonstranten immer wieder "Rhein raus!".
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Letzte Änderung: 10.06.2013 14:40 Uhr
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