Durch einen Deichbruch in Sachsen-Anhalt ist der Fernbahnverkehr in Mitteldeutschland beeinträchtigt. Betroffen sind die Verbindungen Berlin-Hannover-Köln und Berlin-Kassel-Frankfurt. Bei Fischbeck im Kreis Stendal war ein Deich auf einer Länge von etwa 50 Metern gebrochen.
Viele rote Einträge in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn: "Es kommt zu großen Verspätungen in beide Richtungen im Fernverkehr" heißt es bei zahlreichen Verbindungen von und nach Berlin, die normalerweise über Stendal verkehren. Dort wurde am frühen Morgen die Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten gesperrt. Die Züge werden umgeleitet. Einige Haltepunkte, darunter Wolfsburg, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe, entfallen daher.
Die Hochwasserwelle der Elbe hatte sich in der Nacht weiter nach Norden verlagert. Der Ort Fischbeck, rund 15 Kilometer südöstlich von Stendal, ist überflutet. Gegen Mitternacht war der Elbedeich dort zunächst auf einer Länge von zehn Metern gebrochen. Der Durchbruch erweiterte sich durch die Kraft der Wassermassen auf rund 50 Meter. Die Einsatzkräfte errichteten deswegen seit dem frühen Morgen einen 3,5 Kilometer langen Notdeich. Die Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen. In drei weiteren Ortschaften wurde ebenfalls eine Evakuierung empfohlen. Insgesamt wurden mehr als 1000 Menschen in Sicherheit gebracht. Ein Sprecher des Katastrophenschutzes sprach von einem "massiven Deichbruch".
Der Pegelstand bei Magdeburg sinkt, die Lage bleibt angespannt. (Bild: picture alliance / dpa / Jens Wolf)
In der Landeshauptstadt Magdeburg sinkt der Pegelstand der Elbe, dennoch blieb die Lage weiter angespannt. Die Hochwasserflut hatte dort viel höhere Stände erreicht als erwartet.
Die Evakuierungen des Stadtteils Rothensee, von Magdeburg-Werder und in Gebieten östlich der Elbe blieben bestehen. Von einer Entwarnung könne noch keine Rede sein. Am gestrigen Sonntag hatte das Wasser einen historischen Rekord von 7,46 Metern erreicht. Montag Vormittag lag der Pegelstand bei 7,19 Metern und damit wieder knapp unter einer kritischen Marke für das Magdeburger Hafenbecken. Dort dürfte nun nach Einschätzung des Krisenstabs kein Wasser mehr austreten.
Elbabwärts steigen die Wasserstände weiter. In Wittenberge soll die Elbe heute einen Stand von acht Metern erreichen, am Dienstag könnte sie nochmals um weitere 20 Zentimeter zulegen. Der Höchststand bei der sogenannten "Jahrhundertflut" 2002 hattte bei 7,34 Metern gelegen.
In Schnackenburg und Hitzacker an der niedersächsischen Elbe wurden ebenfalls Rekordwerte erwartet. Unser Landeskorrespondent Alexander Budde berichtet aus der Region. Die hochwassergefährdete Unterstadt von Lauenburg in Schleswig-Holstein wird derzeit geräumt.
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